Die Stimmung zwischen Irak und USA spitz sich zu
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 04. Dezember 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Mir scheint es ein wenig so, als seien die USA enttäuscht. Erstens haben die Waffeninspekteure anscheinend bisher keine Massenvernichtungswaffen finden können und zweitens zeigt sich der Irak den Waffeninspekteuren gegenüber ausgesprochen kooperativ.
Am Sonntag nun soll der Irak eine Aufstellung über sein Waffen- und Raketenprogramm vorlegen. So erwartet die USA, dass der Irak bis dahin die Existenz aller Waffen- und Raketenprogramme zugibt, die Produktionsstätten zugänglich macht und die Zerstörung sämtlichen Materials zulässt.
Von den bisherigen "Misserfolgen" der Waffeninspekteure enttäuscht, versucht die USA nun mehr Druck zu machen. Man solle mehr Waffeninspekteure in den Irak schicken, um an mehreren Orten gleichzeitig auftauchen zu können. Damit solle Saddam Hussein mehr unter Druck gesetzt werden. Gleichzeitig verschärft Präsident Bush den Ton indem er sagte, dass der Irak nun die Wahl habe. Wenn er nicht abrüste, werden die Vereinigten Staaten eine Koalition anführen und ihn entwaffnen, im Namen des Friedens.
Nach der Kontrolle des Präsidentenpalastes hört man nun auch erste Stimmen aus dem Irak, die deutlich das Vorgehen der Waffeninspekteure kritisieren. Insoweit scheint die Politik des Drucks aufzugehen. Die Lage scheint sich langsam zuzuspitzen.
Das alles scheint mir darauf angelegt, einen wie auch immer gearteten Konflikt zu provozieren. Auch bestätigte Rumsfeld, dass das Ziel der US-Regierung weiterhin ein Regimewechsel im Irak sei.