Die Stimmung für Gold ist deutlich gekippt
Claus Vogt (Chefredakteur "Sicheres Geld") in Investoren Wissen zum Thema Gold als Geldanlage
vom 2. August 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
selbst die dynamischsten Bullenmärkte sind bekanntlich keine Einbahnstraßen. Größere und kleinere Korrekturen und Konsolidierungen gehören einfach zum Marktgeschehen. Das trifft selbstverständlich auch auf den Goldmarkt zu.
Seit einigen Wochen befindet sich der Goldpreis nun in einer solchen Korrektur. Für den im Euro rechnenden Anleger sind die Kurse in der Spitze um 15% gefallen. Dennoch befinden sie sich selbst jetzt noch recht deutlich oberhalb der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie. Es gibt also keinerlei technischen Anhaltspunkte, um die Goldhausse hier in Frage zu stellen. Und das fundamentale Umfeld zwingt ohnehin dazu, Gold zu besitzen. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, sich gegen die Folgen unseriöser Geld- und Fiskalpolitik zu schützen.
Abb.: Goldpreis pro Feinunze in US-Dollar (Quelle: www.stockcharts.com)
Der Aufwärtstrend ist ungebrochen, Korrekturen in den Bereich der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie sind völlig normal.
Obwohl sich der Kursrückgang der vergangenen Wochen im Rahmen normaler Korrekturen bewegt, hat er doch zu einem deutlichen Stimmungswechsel geführt. Beispielsweise haben gleich zwei große deutsche Tageszeitungen in den vergangenen Tagen einen Trendwechsel beim Goldpreis verkündet – und von großen Verlusten der Goldanleger berichtet. Vielleicht haben die Autoren ja tatsächlich die Goldhausse der vergangenen Jahre komplett verpasst und sind dann zu den bisherigen Spitzenkursen im Mai eingestiegen. Dann würden sie tatsächlich rund 15% hinten liegen. Wer wenig Marktverständnis hat, wird in dieser Situation vielleicht tatsächlich in zweifelndes Jammern verfallen.
Ein Blick auf den Chart macht aber deutlich, dass es eigentlich keinen Grund zum Jammern gibt. Korrekturen in den Bereich der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie kommen eben vor. Sie sind normal und wahrlich kein Hinweis auf eine Trendwende.
Ich sehe in der weiterhin sehr ignoranten Berichterstattung über den Goldmarkt lediglich eine Bestätigung für die intakte „wall of worry“, die Mauer der Angst, die Bullenmärkte typischerweise begleitet. Solange jede normale Korrektur von der Presse als das Ende der Hausse interpretiert wird, ist die Welt für den langfristig orientierten Anleger in Ordnung. Er weiß, dass Kurse im Bereich der steigenden 200-Tage-Durchschnittslinie Kaufgelegenheiten sind und kein Grund zum Jammern.
Herzlichst Ihr
Claus Vogt
ANMERKUNG DER REDAKTION:
Claus Vogt ist institutioneller Anleger, Bestseller-Autor und Chefredakteur des Börsendienstes "Sicheres Geld". Herr Vogt hat die Krise frühzeitig vorausgesehen und wiederholt vor ihr gewarnt. Während viele Anleger 2008 ihr Portfolio stark schrumpfen sahen, empfahl er immer wieder stark profitable Kriseninvestments und zeigte seinen Lesern, wie sie sich effektiv absichern können.
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