Die Stimmung beeinflusst die Rohstoffpreise
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 27. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Rohstoffe Wochenrückblick: Agrarrohstoffe und Ausblick
Soft Commodities
Der Preis für ein Scheffel Dezember-Weizen ist am Mittwoch erneut unter die 7 USD-Marke gefallen. Ausschlaggebend dürften zum einen Gewinnmitnahmen, zum anderen aber natürlich auch die allgemein schwach Stimmung und der Druck seitens der Ölpreise gewesen sein. Das Tief wurde bei 6,79 US-Dollar markiert.
Auf den Abverkauf folgte allerdings rasch wieder eine Gegenbewegung. Unterstützend wirken auch erneute Abwärtsrevisionen für die Weizenernte. So hat das International Grains Council seine Prognose um 7 Millionen Tonnen auf 644 Millionen Tonnen gegenüber der zuvor getroffenen Schätzung nach unten revidiert.
Aus Deutschland erwartet Toepfer International einen Rückgang der Weizenernte von 25,2 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr auf 23,4 Millionen Tonnen, bei schlechterer Qualität.
Aus Russland wurde gemeldet, dass bis zum 25. August 41,5 Millionen Tonnen Getreide geerntet wurden. Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug die Ernte 60,5 Millionen Tonnen.
US-Exporteure haben in den vergangenen 3 Wochen rund 3,8 Millionen Tonnen Weizen verkauft. Das entspricht dem höchsten Stand für diese Periode in den vergangenen 3 Jahren.
Aktuell notiert Weizen zur Lieferung im Dezember bei 6,92 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT.
Ausblick
Nach wie vor werden die Ölpreise vornehmlich durch die allgemeine Stimmungslage und in Korrelation zur EUR/USD-Entwicklung beeinflusst. Sollte die kommende Woche weiterhin mit schwachen Daten und Konjunkturängsten aufwarten, dürfte WTI die 75 USD-Marke wohl nicht so schnell wieder überschreiten. Im umgekehrten Fall: wenn die Konjunkturängste langsam nachlassen, dann bietet dies auch den Ölpreisen Unterstützung. Alles in allem dürfte aber vorerst die breite Range zwischen 70 und 80 USD erhalten bleiben.
Der Goldpreis bleibt nach wie vor gut unterstützt, aufgrund der anhaltenden Konjunktursorgen. Meldungen wie eine Abwärtsrevision der US-BIP-Schätzung tragen hier dazu bei. Von fundamentaler Sicht dürfte die in Kürze einsetzte Feiertagssaison in Indien die Nachfrage unterstützen.
Kupfer sollte von fundamentaler Seite her weiterhin Unterstützung finden, allerdings darf man nicht vergessen, dass nach wie vor die wechselhaften Stimmungslage den stärksten Einfluss begründet, so dass weitere Preisanstiege vorerst moderat ausfallen könnten.
Trotz der starken Nachfrage und der weltweiten Ernteprobleme bleibt ein Preislevel von rund 6 USD pro Scheffel Weizen fundamental vorerst gerechtfertigt. Dieses Level bietet auch eine übergeordnete starke Unterstützunsgzone. Dennoch ist, je nach Nachrichtenlage, zwischenzeitlich durchaus immer wieder mit Preissprüngen zu rechnen.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für diese Woche und wünsche Ihnen noch ein schönes (und hoffentlich sonniges) letztes August-Wochenende...ich freue mich, wenn wir uns am kommenden Montag wiederlesen...machen Sie's gut und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
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