Die Stellungnahme von Thomas L. Friedman
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 31. August 2007 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leser, ich möchte unbedingt vorweg schicken, dass nichts, aber auch gar nichts von diesem Text des Mr. Friedman auch nur im mindesten den Ansichten von mir, der Übersetzerin oder sonst jemandem entspricht, der diesen Text bislang gelesen hat. Ich habe bei meinen Recherchen u.a. festgestellt, dass dieser Mann, u.a. Gewinner des Pulitzer-Preises, in der Tat eine riesige Anhängerschaft in den USA hat ... und auf Fotos viel freundlicher aussieht als die Inhalte dessen sind, was sie nun zu lesen bekommen. Aber ich halte es für gut und sinnvoll, dass Sie sich selbst eine Meinung bilden über die Texte des Thomas L. Friedman, auf die sich Mr. Bonner so oft bezieht.
Dieser Text ist wirklich kein Witz. Und ich habe den Wunsch, darüber sehr viel zu sagen. Aber das muss ich einfach Bill Bonner überlassen, denn er hat darin Übung. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Zahl derer, die das Folgende für gute Gedanken eines aufrechten Mannes halten, nicht zu groß wird.
Ronald Gehrt
*** Die Herausforderung von Bill Bonner
“Wie kann ein unreifer Esel wie Sie, so viele Anhänger haben?”, habe ich Thomas L. Friedman gefragt. „Wie ist es möglich, dass ein intelligenter Mensch, so viel Gewäsch zu Papier bringt? Sie könnten auf gleichem Niveau sein wie ich. Unter vier Augen … von Autor zu Autor … Nehmen Sie uns nicht alle auf den Arm? Sie glauben doch nicht wirklich, was Sie da schreiben, oder?“
Dieser Gastbeitrag liefert die Antwort auf meine Fragen:
*** Eine bessere Welt als die von Gott gemachte
von Thomas L. Friedman
„Ich fühle mich wirklich geehrt, von Bill Bonner die Möglichkeit erhalten zu haben, mich selbst zu erklären, indem ich meine Vorstellungen zu Papier bringe. Er hat mich jetzt schon seit Jahren kritisiert.“
“Ich will zuallererst eine Sache ganz klar machen. Das ist nicht die richtige Zeit für müßige Gedanken oder willkürliche Ironie. Dieser Newsletter mag unterhaltsam sein, er ist aber nicht hilfreich, nicht solange es eine Million nihilistischer religiöser Fanatiker gibt, die versuchen unseren Lebensstil zu zerstören. Nein, es ist eine Zeit für Handlungen. Das ist der Grund, warum meine Bücher von Millionen Lesern gelesen werden, während es die Bücher von Bill Bonner kaum in die Restekisten schaffen. Und ja, ich weiß, dass ich die Dinge manchmal zu stark vereinfache. Und ja, ich habe eine Tendenz zur Ernsthaftigkeit. Aber ich bin wenigstens aufrichtig ernsthaft, anders als Bill Bonner, der unaufrichtig zynisch ist.“
„Gestern hatte ich die Gelegenheit, ein Krankenhaus in Basra besuchen. Dort war ein junger Iraker, der gerade durch einen nihilistischen Selbstmordattentäter verwundet wurde. Er ist einer von vielen, von vielen Tausenden, die den Preis für die Versuche bezahlen musste, den Irak in einen friedlichen und gedeihenden Staat zu verwandeln. Als er dort in seinem Bett lag, wurde ich von dem Mut dieses beherzten Wählers wie von einem Blitz getroffen.“
„ ‚Wir haben alles, was es braucht, eine pluralistische, demokratische Gesellschaft aufzubauen‘, sagte er zu mir. „Wir wollen Teil einer neuen, globalisierten, digitalisierten, Welt sein, in der die Chancen gleichmäßig verteilt sind, selbst wenn wir alle Sunniten umbringen müssen, um dorthin zu kommen.‘“
„Der junge Mann hatte weder Arme noch Beine. Aber er hatte wenigstens noch seine Würde. Und er hat ein vitales Wissen, dass er etwas Bedeutsames tut. Er stellt sich gegen seine nihilistischen Feinde. Er hilft dabei, eines bessere Welt zu errichten.“
„Als ich ging, bin ich hingegangen, um ihm die Hand zu schütteln. Hoppla … doch wissen Sie, was ich denke? Der Verlust von einigen Armen und Beinen ist nur ein geringer Preis, den man dafür bezahlt, den Nihilismus im Nahen Osten zu überwinden. Ich würde sagen, wir sollten diesen jungen Männern, Frauen und Transsexuellen die Hand reichen, die die Demokratie überall auf der Welt hegen.“
„Und wissen Sie, was ich außerdem denke? Jeder Mensch – Mann oder Frau – der sich selbst in die Luft jagt, ist ein schlechter Mensch. Er steht dem Fortschritt, der gut ist, im Wege. Ich denke Fortschritt ist gut und es ist schlecht, dass er den Weg dorthin blockiert. Bis er sich selbst in die Luft jagt. Dann steht er nicht länger im Weg. Er steht überhaupt nicht mehr. Ganz im Gegenteil, er liegt in vielen kleinen Stücken … überallhin verteilt. Aber er blockiert dennoch weiterhin den Weg zum Fortschritt. Denn wenn es eine Sache gibt, über die ich mir absolut sicher bin, dann ist das, das niemand eine Straße besuchen will, in der sich die Leute selbst in die Luft jagen.“
„Wie können wir hoffen, Fortschritt in Richtung einer fürsorglicheren, gender-toleranten, klimakontrollierten Welt machen, wenn diese Selbstmordattentäter, die die Freiheit hassen, uns immer wieder behindern? Wir müssen diesen sich selbst hassenden Nihilisten zeigen, dass wir nicht zurückweichen werden.“ Das ist die Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Entweder weichen wir bei Anblick der Opposition zurück vor diesen nihilistischen Fanatikern … oder wir zeigen ihnen, dass wir genauso fanatisch sind wie sie … in dem Streben nach einer modernen, vom Markt geleiteten Demokratie natürlich. Und wenn sie weiterhin den Weg zum Fortschritt blockieren, dann müssen wir sie aus dem Weg pusten.“
Wissen Sie, was das wahre Problem im Nahen Osten ist? Das Öl. Ja, Öl. Wenn gute Amerikaner aufhören würden, so viel importiertes Öl zu verbrauchen, dann wäre damit allen gedient. Die Ölpreise würden sinken. Fast alle Übel der Welt können auf den hohen Ölpreis zurückgeführt werden. Wenn der Preis für Öl gesenkt würde, müssten die bösartigen Regierungen im Nahen Osten reformiert werden. Es ist so einfach. Und wenn die Leute aufhören würden, so viel Öl zu verwenden, dann könnten wir den Planeten auch vor dem Klimawandel schützen. Ich mache keine Witze. Das ist ein Problem, das noch ernster sein könnte, als die explodierenden Nihilisten. Wenn wir unseren Ölverbrauch nicht zurückfahren, dann wird der Planet gekocht werden, und sogar die guten Menschen werden in dieser Pastete mitgebacken werden. Das ist der Grund, warum es entscheidend ist, dass die guten Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, anstatt sich einzeln mit diesen Themen zu befassen. Geringerer Ölverbrauch bringt niedrigere Preise … und das würde Reformen im Nahen Osten bedeuten … und das würde bedeuten, dass es billiger wird, unsere Autos zu fahren … und das würde bedeuten, dass wir mehr fahren können … und das würde bedeuten, dass wir mehr Öl verbrauchen könnten … einen Augenblick mal … ach, was soll’s? Und das ist der Grund, warum es so wichtig ist, die Dinge einfach zu halten. Es ist die einzige Möglichkeit, die Welt besser zu machen.“
„Vergangene Woche hat mir der Präsident von Indien gesagt, wie die Bevölkerung des Landes dazu beiträgt, die Welt zu einem deutlich besseren Ort zu machen. Sie schreiben sich für geschlechtsneutrale Computerkurse ein. Dann, nachdem sie einige Wochen in einer schönen rosafarbenen Schule geschult wurden, in der Beharis und Unberührbare, Sikhs und Mohammedaner nebeneinander sitzen, ohne einander umzubringen, sind sie in der Lage, ihren Platz in einer modernen, nach vorne blickenden Welt einzunehmen. Und Sie können alle den Lutheranern und den Episkopalen in Amerika die Jobs wegnehmen. Sehen Sie, es ist wirklich eine flache Welt, wie ich immer behauptet habe. Und Gott sein Dank haben wir die amerikanische Armee, die die letzten Falten herausbügelt … wie die im Irak.“
„Und Gott sei Dank, ist auch die übrige Bevölkerung der Welt nicht wie diese nihilistischen Iraker. Heute ist klar, was im Irak schief gelaufen ist. Ich habe die USA aus einem ganz einfachen Grund aufgefordert, in den Irak einzumarschieren. Der Irak wurde von einem schlechten Menschen geführt. Es war wichtig, diesen schlechten Menschen zu eliminieren und durch einen guten Menschen zu ersetzen. Vielleicht sogar durch eine Frau. Oder durch eine transsexuelle Person. Aber zwei Dinge haben den Erfolg, den dieser Plan hätte haben sollen, verhindert: Zum einen hat die Bushregierung abgelehnt, meinen Vorschlägen zu folgen. Ich habe vor drei Jahren wiederholt gesagt, dass wir mehr Truppen im Irak brauchen. Und wir hätten viel mehr Geld ausgeben müssen. Nicht einfach nur Milliarden Dollar täglich – sondern Billionen Dollar, wenn es nötig ist. Man kann nicht erwarten, dass es günstig ist, eine Demokratie aufzubauen. Nein, Demokratien sind wertvoll. Sie sind es, die uns zu der friedlichen, reichen Nation gemacht haben, die wir heute sind. Ist es nicht einige Billionen Dollar wert, das erhalten zu wollen? Ich weiß, was die nihilistischen Defätisten sagen: Wir haben nicht so viel Geld. ‚Es wird uns in die Pleite treiben‘, sagen sie. Aber ich sage, eine Pleite ist ein kleiner Preis, für Prosperität. Aber heute ist es dazu vielleicht zu spät.“
„Zweitens sind die meisten Iraker daran gescheitert, auf die Möglichkeiten zu reagieren, die ihnen von Amerika und Großbritannien gegeben wurden. Vielleicht sind sie doch keine guten Menschen.“
„Aber ich gehe davon aus, dass man die gesamte Situation vereinfachen könnte. Eine Sache, die die USA sofort machen sollten, ist die Einrichtung einer nationalen Kommission, die die Guten von den Schlechten trennt. Blicken wir der Sache ins Auge, letzten Endes geht es doch darum: Es gibt gute Menschen auf der Erde und es gibt schlechte Menschen auf der Erde. Wenn etwas nicht funktioniert, dann liegt es immer an den schlechten Menschen, oder nicht? Nihilisten. Warum soll man das Problem dann nicht an der Wurzel fassen … die Wurzeln ausgraben und die Blase des Bösen platzen lassen, die den gesamten Nahen Osten erfasst hat … und die den Planeten schon seit Adam plagt. Wir sollten das zur nationalen Priorität erklären, wir können es als Manhattan Projekt für Gut und Böse bezeichnen. Diese neue Kommission würde von den führenden Denkern aus allen Bereichen besetzt werden – aus der Wissenschaft, der Industrie, der Regierung und den Genderstudies. Sie würde ganz einfach eine Liste der Menschen auf der Welt erstellen, und diese in Gute und Schlechte aufteilen. Dann könnten wir auf den ersten Blick feststellen, ob etwas gut oder schlecht ist.
Wenn sich jemand um das Präsidentenamt in den USA bewirbt, könnten wir nach einem Blick auf die Liste erkennen, ob es ein guter oder ein schlechter Mensch ist, ehe wir unsere Stimmen abgeben. Und wenn wir uns mit Staatsführern aus dem Ausland befassen, dann wäre es doch auch deutlich leichter, wenn wir die Liste hätten, und sagen könnten, ob sie ein gute oder schlecht Kraft sind. Und in den USA könnten die guten Menschen weiß tragen und die schlechten Menschen müssten schwarz tragen. So könnte man ganz leicht erkennen, ob jder Mann, den die eigene Tochter mit nach Hause bringt, ermutigt werden sollte … oder im Keller aufgeknüpft. Und bei Meinungsumfragen würden ganz einfach die Stimmen derer, die schwarz tragen, aussortiert.“
„Vergangene Woche hatte ich eine kurze Unterhaltung mit Gott. Ich habe ihm von meinem Plan für dieses nationale Projekt erzählt.“
„‚Es bricht mir das Herz‘, sagte er, ‚wenn ich sehe, dass Leute Schlechtes tun. Ich wünschte, sie würden nur Gutes tun, z.B. Hybridwagen fahren. Doch manchmal weiß selbst ich nicht genau, wo das Gute endet oder das Schlechte beginnt. Oft weiß ich nicht, wen ich mit Plagen und Pestilenzen strafen soll, und wen ich mit der himmlischen Gnade segnen soll. Ihr neues Projekt wäre mir da sicher eine Hilfe. Ja, ich denke sie sollten sich auf den Weg machen, eine bessere Welt zu schaffen, als ich sie mir vorstellen kann.‘“
“Sehen Sie, wie einfach es sein kann?“