Die Spuren der Zentralplanung
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 10. September 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Kluge Menschen muss man auch für den größten einzelnen Fehler im vergangenen Jahrhundert verantwortlich machen: Die Zentralplanung. Die Zentralplaner dachten, sie seien in der Lage, die angeblichen Übel einer natürlichen Wirtschaft mit Hilfe von Logik und Vernunft auszumerzen. Diese Idee war so verlockend, dass die Welt ihr verfallen ist. Wenn das Nobelpreiskomitee schon am Ball gewesen wäre, dann hätte es Karl Marx den Preis verliehen.
Wenn die Schnapsidee von dummen Menschen gekommen wäre... dann wären die klugen Menschen ihr vermutlich entkommen. Sie hätten diese Phase ohne bleibende Narben überstanden. Aber die gerissenen Intellektuellen hinter der Sache waren zu ihrem eigenen besten zu klug. Sie hatten schon bald darauf die wichtigsten Universitäten infiziert... genauso wie die Regierung. Sie haben fast jeden davon überzeugen können, dass die Zentralplanung die Welle der Zukunft sein würde und dass ein jeder, der sich dagegen wenden würde, ein Dummkopf, ein Parasit, ein Narr sein müsse. Und dann hat die Zentralplanung in zwei der größten Länder der Welt die Kontrolle übernommen und sie anschließend in Gefangenenlager verwandelt.
Doch als die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts erreicht waren, war es auch in den Augen der Zentralplaner selbst ganz offensichtlich, dass die Zentralplanung nicht funktionieren konnte. Sowohl in Russland als auch in China haben die Zentralplaner einfach aufgegeben.
Die Menschen machen ihre eigenen Pläne
Die Zentralplanung hat nicht funktioniert, weil die Menschen ihre eigenen Pläne hatten. Sie haben sich widersetzt. Und dann schlugen die Zentralplaner mit ihren Hämmern zu. Wenn man Eierkuchen machen will, dann muss man einige Eier zerbrechen", sagte der Chef, Vladimir Lenin. Das Schwarzbuch des Kommunismus" beziffert die Zahl der Toten mit bis zu 100 Millionen Menschen.
Und außerdem ist es so, dass die Zentralplanung auch aus weniger offenkundigen Gründen nicht funktionierte. Die Planung erfordert Informationen. Die Planer hatten viele Informationen. Aber jeder einzelne Privatbürger hatte noch deutlich mehr - lokale, aktuelle, exaktere Informationen durch Beobachtungen aus erster Hand. Mit besseren Informationen konnten sie auch bessere Pläne machen. Und was am wichtigsten ist: Die einzelnen Bürger haben sich nicht allein auf die frischen Früchte ihrer rationalen Gehirne verlassen.
Sie haben ihr Herz sprechen lassen... und sich auf Instinkt und Tradition berufen - sie haben den Geist der vergangenen Generationen destilliert - und das gab ihnen gegenüber den Apparatschiks einen großen Vorteil.
Aber die Gehirne blieben bei der Sache. Als die forensischen Experten den Schutt der Finanzkrise von 2007-2008 durchsiebten, da fanden sie die Fingerabdrücke aller Nobelpreisträger. Sie waren es, die die Formel und die Theorien entwickelt hatten, die die Investoren in die Irre führten und mit denen sie auch sich selbst in die Irre leiteten.
Sie glaubten, dass sie die Risiken durch Berechnung zähmen könnten. Sie kamen hinter die Wahrscheinlichkeiten und sie haben die Preise bestimmt, bis zur letzten Dezimalstelle, die notwendig war, um die Anleger in den Schlaf zu wiegen. Und dann kamen die Risiken des Weges, die sie nicht hatten vorhersehen können - das Risiko, dass ihre eigenen Formeln Unsinn sein würden und sie selbst Idioten.
Gleichzeitig hatten sich die Hirne auch im öffentlichen Sektor an die Arbeit gemacht. Auch dort drängten sie immer noch auf die Zentralplanung... wenn auch in einem deutlich weniger ehrgeizigen Ausmaß, als im vergangenen Jahrhundert. In den westlichen Ländern, haben die Wirtschaftswissenschaftler der Regierung die Zinssätze in Ordnung gebracht und die Kreditpolitik, um zum Überkonsum anzuregen. Im Osten haben sie die Wechselkurse in Ordnung gebracht und die Kredite für ihre Kunden zurück-recycled, um zur Überproduktion anzuregen. Und jetzt das! Wer hätte gedacht, dass die Welt jetzt zu hohe Schulden und eine zu große Kapazität hat.
Und deswegen machen sich die Hirne jetzt wieder an die Arbeit. In China treibt die Regierung die Produktion an. In Amerika versuchen die Zentralplaner den Konsum zu steigern. Um es kurz zu machen, sind die Bastler immer noch dabei, an Lösungen zu basteln... und die Welt wird bald noch stärker in der Klemme stecken, als momentan.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ziegert (10.09. 2009 08:48 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, wiedermal ein Hochgenuss, Ihren Artikel vom 10.09.2009 zu lesen, in dem Sie so treffend den schlauen Marktteilnehmern einen Spiegel vorhalten. Am Jahresende sollten Sie Ihre Beiträge zusammengefasst herhausgeben. Mit vielen Grüßen Paul Ziegert
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