Die Sorgen der Wall Street

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von Bill Bonner

*** Die Sorgen der Wall Street

Was bereitet der Wall Street Sorgen? Jede Schlagzeile liefert zu diesem Thema eine andere Hypothese: Zweitrangige Kredite, sagen die einen; Öl, sagen die anderen, der Dollar, sagt ein dritter.


Man weiß nie, was das Ende einer Kreditexpansion herbeiführen wird. Genauso weiß man nie, wann das eigene Leben enden wird. Es ist das Schicksal, das zu kennen dem Menschen nicht vergönnt ist. Aber alle Dinge gehen zu Ende... das Leben... und auch die Kreditexpansionen; und das ist das Schicksal, das wir kennen können.

Der Preis für Öl hat in der vergangenen Woche einen neuen Rekord erreicht – mit mehr als 78 Dollar für ein Barrel. Das weist nicht so sehr auf eine Stärke von Öl hin, als vielmehr auf eine Schwäche des Papiergelds in dem Öl ausgezeichnet wird. Es ist deutlich einfacher, mehr Dollar in Umlauf zu bringen, als mehr Barrel Öl hinzuzufügen. Das Verhältnis von Dollar zu Öl wird steigen.

Das gleiche gilt für das Dollar/Gold Verhältnis – welches gegenwärtig bei ungefähr 675 Dollar liegt. Ich rechne damit, dass auch dieses Verhältnis steigen wird... ich weiß, ich weiß. Mehr als ein Leser hat schon geschrieben oder mich auf der Straße angesprochen, um mir zu sagen, dass ich vielleicht einfach zu viel Vertrauen in das gelbe Metall habe – aber ich lasse nicht locker. Sie dürfen selbst entscheiden.

Eine weitere Sache, die der Wall Street Schwierigkeiten bereitete, ist der steigende Yen – teilweise, weil sich darin die Schwäche des Dollar spiegelt, teilweise weil das Schwierigkeiten im Bereich des Carry Trade bedeutet. Solange man noch Yen mit einem geringen Zinssatz leihen konnte... und das Geld sicher mit deutlich höheren Erträgen beispielsweise in minderwertige CDOs stecken konnte... konnte man sich an einem „positive Carry“ erfreuen. Aber wenn der Yen steigt und die CDOs nachgeben, dann wird der Carry negativ. Und das ist der Grund, warum so viele Hedgefonds so atemberaubende Verluste verzeichnen... und warum einige von ihnen aus dem Geschäft aussteigen.

Doch Bear Stearns sagen, dass man den dritten Hedgefonds, der in Schwierigkeiten steck, nicht aus der Not ziehen wolle – zumindest noch nicht. Stattdessen hat man die Versuche der Anleger blockiert, ihr Geld herauszuziehen. Bleiben Sie auf dem Laufenden.

*** Das Leid der Automobilindustrie

Die L.A. TIMES berichtet, dass die Amerikaner heute mehr importierte Autos kaufen als Autos, die in Amerika produziert worden sind. Dabei muss es sich um einen wichtigen Meilenstein handeln. Die Autoindustrie ist ein großer Geschäftszweig. Es ist auch ein komplexer Geschäftszweig und ein hoch technisierter noch dazu, mit langen Versorgungsketten, die Hunderte von unterschiedlichen Industriezweigen umfassen und Tausende von unterschiedlichen Fertigkeiten.

Doch keine Sorge, liebe Leser. Alle diese Menschen, die einst im Autogeschäft gearbeitet haben, werden ins Finanzgeschäft einsteigen. Denn da ist heute das Geld zu holen.

Nun, das ist zumindest der Ort, an dem das Geld, steckt, wenn ein Land in einer Kreditblase steckt. Doch wenn die Blase platzt, dann verschwindet das Geld. Die Leute, die einst die Hypotheken verkauft haben, wünschen sich dann, dass sie ihr Geld verdienen können, indem sie Autos verkaufen.

Die amerikanische Automobilindustrie ist noch nicht tot. Aber jetzt, da China Autos am amerikanischen Markt einführt, kann es nicht mehr lange dauern, bis sie den Geist aufgibt. Natürlich ist die Autoindustrie nicht die einzige Möglichkeit, Geld zu verdienen. Aber über eine lange Zeit, war es eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen. Und man muss sich fragen wo die Vereinigten Staaten noch wettbewerbsfähig sein können, wenn nicht im Bereich der Automobilindustrie.

von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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