Die Sorgen der Marktteilnehmer II
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 31. August 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Sorge Nummer 5: Anleihenblase
Die Notenbanken, ach ja die Notenbanken, über die haben wir ja gestern schon gesprochen...nun, deren Antwort auf die Krise war, ist und wird wohl wieder nur die eine sein (nachdem die Zinsen ja nicht mehr weiter gesenkt werden können): Liquidität pumpen. Das Problem ist nur, die Liquidität tut nicht das, was sie soll. Ganz offensichtlich fließt sie noch immer nicht in angemessener Weise in die Realwirtschaft.
Stattdessen wird das billige, von den Notenbanken ausgegebene Geld irgendwo zwischen geparkt. Am allerliebsten in Anleihen. (obwohl ich nicht weiß, ob da wirklich so viel Liebe dahinter steckt). Zu den Staatanleihen möchte ich morgen noch einmal gezielt kommen, heute nur eines vorweg: in den vergangenen 2 Jahren flossen mehr als 480 Milliarden US-Dollar in Fonds, welche in Anleihen investieren. Zum Vergleich: bevor die Dotcom-Blase platzte, waren innerhalb von 2 Jahren rund 500 Milliarden US-Dollar in Aktienfonds geflossen. Tja ja, ob 2000 oder 2010 - Notenbanken ändern sich einfach nicht.
Sorgen Nummer 6: die Auswirkungen
Hierfür gibt es zwei Stichwörter: Inflation und Deflation! Eigentlich muss ich hierzu nicht mehr viel sagen. Wir alle wissen, dass sich bislang weder Notenbanker, noch Wirtschafts-Koryphäen oder gar Politiker, darüber einig werden können, was uns denn nun erwartet. Dementsprechend können sie sich auch nicht darauf verständigen, was denn nun aktuell die beste Vorgehensweise wäre. Als eifriger Daily-Leser wissen Sie, dass meine unregelmäßig fortlaufende Wirtschaftstheorien-Reihe, im Juni gerade mit dieser Gretchenfrage, nach dem was kommt und was jetzt das richtige ist, ihren Beginn nahm. Und sie kennen dann auch meine Antwort: eine absolute Wahrheit gibt es nicht. Wir werden erst hinterher sehen, welcher Weg, für wen, in welcher Situation der richtige war.
Abgesehen davon aber, haben sich die meisten Marktteilnehmer, Volkswirte, Wissenschaftler, Analysten und Notenbanker wohl ganz individuell für eine Richtung entschieden, die ihnen Sorgen bereitet.
So long liebe Leser..eigentlich wollte ich heute zwar von der Liquiditätsfalle berichten, habe mich aber - wie Sie sicher bemerkt haben - stattdessen in die Sorgen der Marktteilnehmer reingesteigert...die Liquiditätsfalle gibt's also morgen, ebenso wie zwei schöne Alternativen, die in verschiedenen Szenarios Bestand haben...bis morgen also und liebe Grüße..
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Heinz Cramer (02.09. 2010 17:52 Uhr):
Interessanter Beitrag. Aber leider Thema verfehlt. Vielleicht sollten Sie sich für einen anderen Newsletter bewerben, der Ihren Neigungen eher gerecht wird.
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