Die Société Générale und der DAX
Andreas Wolf in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 28. Januar 2008 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
wer kennt nicht den Ende der Achtziger Jahre gedrehten Kinostreifen mit Michael Douglas in der Hauptrolle des Gordon Gecko, der eine nach heutigem Wortlaut „gierige Heuschrecke“ in Form eines großen Aktienhändlers spielt. Erschien einem Laien der Handlungsstrang doch reichlich surreal, so überbot die Realität dies Mitte der Neunziger Jahre mit dem Terminmarkthändler Nick Leeson in Singapur in ihren Auswirkungen schon um ein Vielfaches. Damals bedeuteten Verluste von über einer Milliarde Euro das Ende der 235 Jahre alten englischen Barings Bank.
Das es trotz aller möglichen Risikokontrollen noch besser geht, bewies in der vergangenen Woche ein Terminmarkthändler der Société Générale, der durch Wetten auf einen steigenden DAX der französischen Großbank nach offizieller Leseart 4,9 Milliarden Euro Verlust bescherte. Es macht gar keinen Sinn über ungelegte Eier zu diskutieren. Das „Wieso?, Weshalb?, Warum?“ wird erst in einigen Wochen oder Monaten zu erklären sein. Und das eine vollständige Kontrolle von Spekulation einfach nicht möglich ist, weiß auch jeder der in der Materie schon tiefer verwickelt ist. Allerdings hatte ich schon längere Zeit darauf hingewiesen, dass der Druck auf den DAX aufgrund der tatsächlich nicht sehr hohen Aktienumsätze vom Terminmarkt ausgeht.
Vielleicht lässt sich aber nach dem Gau bei der Société Générale etwas mit der Aktie verdienen. Die hat nämlich mit dem Erreichen der 75er Marke eine langjährige Unterstützung erreicht. Über den Zustand der Indikatoren brauche ich nach 25 Prozent Kursverlust nicht zu sprechen. Neben der häufig zu beobachtenden technischen Reaktion von rund einem Drittel der zuvor entstandenen Verluste, also rund 8 Prozent, dürften auch alsbald die ersten Übernahmegerüchte für den angeschlagenen Boxer die Runde machen.
