Die Schweizer: Weltmeister in ...
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 14. September 2005 12:00 Uhr
ENL5454
*** Warum ich immer wieder auf das Thema China komme? Selbst bei Basiswerten wie Kakao (ich hatte ja gestern über Kakao-Trades bei meinem Börsendienst "Rohstoff Signale" berichtet)?
Tja, auch bei Kakao spielt der "China-Faktor" potenziell eine gewichtige Rolle. Es geht um Schokolade.
Pro Kopf der Bevölkerung wird in der Schweiz weltweit am meisten Schokolade nachgefragt.
Die Masse der Chinesen hingegen konsumiert noch fast überhaupt keine Schokolade.
Entscheidend ist aber: Schon ein kleiner Wechsel bei der Konsumgewohnheit einer Nation von fast 1,3 Milliarden Menschen (=China) reicht aus. Eine minimale Erhöhung des chinesischen Pro-Kopf-Verbrauchs von Schokolade würde zu einer Nachfrageerhöhung führen, die die GESAMTE Schweizer Schokoladennachfrage übertreffen würde.
Das ist ein potenzieller zusätzlicher Faktor, der für Kakao spricht. Wie gesagt, "potenziell". Denn ich suche meine Empfehlungen unabhängig von dieser potenziellen Nachfrage basierend auf den bereits bestehenden Warenströmen. Nur wenn bereits die aktuelle Angebots/Nachfrage-Situation eine eindeutige Sprache spricht, spreche ich eine Empfehlung aus. Wenn dann diese potenzielle Nachfrage hinzukommt – umso besser.
Übrigens gilt die China-Hochrechnung ja nicht nur für Kakao, sondern auch für Öl, Kupfer, Rindfleisch, Sojabohnen und vieles andere.
Sie können das Pro-Kopf-Einkommen dieser Nation (die vier Mal soviel Einwohner wie die USA hat) in 10 Jahren verdoppeln, in 20 Jahren vervierfachen. Hier ist noch jede Menge Platz für weiteres Wachstum und eine Erhöhung der Nachfrage nach zahlreichen Rohstoffen und Rohwaren.
*** So geht's auch: Die Komsa AG aus Sachsen arbeitet erfolgreich als Handy-Großhändler. Mit 500 Mitarbeitern, ohne Betriebsrat, ohne Tarifvertrag. Das bedeutet aber nicht, dass die Arbeitnehmer(innen) ausgebeutet werden: Es gibt einen englischsprachigen Betriebskindergarten (die Betreuer/innen sprechen mit den Kindern Englisch, wodurch diese es spielend nebenbei erlernen) , der es Müttern ermöglicht, Ihre Karriere fortzusetzen, die Arbeitszeiten sind flexibel, Statussymbole werden vom skandinavischen Firmenchef Gunnar Grosse abgelehnt.
Er verlangt von seinen Mitarbeitern vollen Einsatz, bietet dafür aber auch perfekte Rahmenbedingungen (laut Süddeutscher Zeitung gibt es für die Mittagspause sogar eine Sauna) und faire Löhne. Dadurch ist das Betriebsklima sehr gut, die Motivation hoch, und letztlich spiegelt sich das im wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens wider.
Viele Grüße,
Michael Vaupel