Die Schweizer haben es getan!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily
vom 6. September 2011, 20:30 Uhr
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Die Schweizer haben mich nicht enttäuscht! Gewiss...man kann zweigeteilter Meinung sein, in Bezug auf den finalen Schritt der Schweizer Nationalbank, ABER...ganz im Gegensatz zur Eurozone beweisen die Schweizer heute, dass sie willens sind zu Handeln und vor allem auch fähig dazu.
Zunächst: ein kurzer Blick auf die europäische Tragödie
Manchmal möchte ich schon gar nicht die aktuellen Nachrichten lesen...aber dann treibt mich doch nicht nur die Neugier....und (ganz unter uns) beim Blick auf die Eurozone, die bald täglich immer tiefer im Schlamassel versinkt, packt mich dann doch auch noch die Sensationsgier (wobei ich freilich verdränge, dass ich ein europäischer Steuerzahler bin...aber lassen wir das..).
Während Berlusconi (Häuptling der Italiener) sich in Sparprogramm-Plan-Verrenkungen versucht, als sei er ein Yoga-Meister (wobei leider trotzdem das Bild eines Yoga-Anfängers zurückbleibt), beschränkt sich unser Schäuble (Finanz-Häuptling der Deutschen) darauf, den Griechen einen hinter die Löffel zu geben, womit er freilich nur deutlich macht, wie sehr die Zone immer weiter auseinander driftet. Ich verstehe ja durchaus, dass Finanz-Häuptling Schäuble die Griechen gewaltig auf den Keks gehen - zumal sie ja immer mehr Geld kosten. Dennoch: Schäuble scheint leider weder klar zu sein, dass die Sparzwänge die griechische Wirtschaft weiter in den Orkus treiben (wodurch sich der Finanzbedarf der Griechen weiter erhöht), noch, dass in diesen Zeiten für das Überleben der Eurozone nichts wichtiger ist, als Zusammenhalt. Aber na ja...vielleicht hat der Finanz-Häuptling auch einfach nur die Nase voll von der Eurozone...verdenken kann man es ihm ja auch nicht.
Doch, lassen wir die Politik mal in Ruhe weiter rumhampeln und widmen uns den echten Problemen. Da denke ich insbesondere an die europäischen Banken. Die machen mir nämlich immer mehr Sorgen. Schließlich haben sie am Montag so viel Geld bei der EZB geparkt, wie zuletzt vor einem Jahr: rund 151 Milliarden Euro. Zum Vergleich: während der Bankenkrise, nach der Lehman-Pleite bunkerten die beunruhigten Banken zeitweise bis zu 200 Milliarden Euro bei der EZB. Und was das damals wie heute heißt, ist klar: der Interbankenmarkt wird wieder trockener, oder anders gesagt, die Banken leihen sich untereinander immer weniger Geld.
Aber nun verlassen wir für heute mal das Eurozonen-Chaos und blicken stattdessen auf die Schweiz, wo man sich nun endlich entschlossen hat Stärke und Entschlossenheit zu zeigen.
Die SNB hat sich getraut
Sie wissen ja, dass ich schon länger darauf gewartet hatte, dass die SNB den finalen Schritt gegen die Aufwertung des Schweizer Franken in Angriff nimmt. Und als sie sich vor 3 Wochen noch nicht getraut hatte, hatte ich gewarnt, dass Verzögerungstaktiken ein gefährliches Spiel sein können. Am 17. August schrieb ich:"Dennoch....eines sollte die SNB auf keinen Fall vergessen oder auf die leichte Schulter nehmen: das wichtigste im Markt ist immer das Vertrauen. Dieses hatte die SNB bislang wesentlich deutlicher inne, als die EZB oder die FED. Doch wenn die SNB den Markt enttäuscht, dann enttäuscht sie auch dessen Vertrauen. Oder um es anders zu sagen: je länger die SNB wartet, als desto schwächer empfindet sie der Markt und desto öfter und heftiger wird er sie herausfordern.".
Und es scheint als hätte die SNB die Warnungen ernst genommen. ;-) Nein, im Ernst, ich schätze, der SNB ist spätestens mit den seltsamen Kommentaren von Schweizer Politikseite klar geworden, dass sie handeln muss, bevor ihre Politik sie ebenfalls mit unsachgemäßen Kommentaren (wie in Euro- oder Amiland) an die Wand fährt, bzw. dass sie kurz vor einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust steht.
Und so hat sie keine Minute zu früh reagiert, als sie heute bekannt gab, dass der EUR/CHF-Kurs ab sofort nicht mehr unter 1,20 fallen wird.
Weiter geht's im 3.Teil...
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Nikolaus (06.09. 2011 21:41 Uhr):
Warum loben Sie planwirtschaftliche eingriffe? Ein Goldstandard wäre ehrlicher. Sollen Firmen doch die Preise und wenn notwendig gleichzeitig die Löhne senken, wenn sie mehr exportieren wollen. Sie belügen sich und ihre Mitarbeiter doch sonst nur. Sie erhalten doch mit der jetzigen "Lösung" langfristig doch auch nicht mehr Werte. Machen nur einen tödlichen Entwertungswettlauf mit.
Antworten - Kommentar von Erhard Langegger (06.09. 2011 23:05 Uhr):
Der schweizer Franken wird seine Stabilität behalten, denn die Schweiz ist schuldenfrei. Wenn auch der Welthandel durch den stabile Franken schwieriger wird, das werden die Schweizer auch überstehen.
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