Die Schwächen der Fondsindustrie
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily zum Thema Fonds
vom 16. Januar 2003 18:00 Uhr
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*** "Hat die Fondsindustrie die Investoren betrogen?" fragt eine FORTUNE-Schlagzeile. In den 1950ern und 1960ern war es besonders John Bogle, der sich bemühte, die Amerikaner zur Anlage in Fonds zu bewegen. Er gründete die "Vanguard Group" – jetzt die zweitgrößte Fondsgesellschaft in den USA – und war der Erste, der Indexfonds einführte. Aktienanalyse schien nicht mehr notwendig zu sein ... man brauchte auch keinen Broker mehr ... man musste auch nichts mehr über Aktien und deren Funktionsweise wissen – man musste einfach nur einen Indexfonds kaufen!
Dem Mann auf der Straße gefiel das. Bogle dachte, dass er den Investoren einen Gefallen tun würde, wenn er sie an die Wall Street einladen würde. Man könnte sich fragen, was Bogle von der Börse gehalten hat. Sah er sie als eine Institution, die Geld für die Investoren – und für ihn – machen sollte?
Die Fondsmanager taten das, was man erwarten konnte: Sie erhöhten die Zahl der Transaktionen, um die Gebühren zu erhöhen. Zunächst wurden in einem Jahr 15 % der Bestände gewechselt, dann 50 %, und heute sind es über 100 %. Die Kosten lagen in den 1950ern bei 0,75 %; heute sind es mehr als doppelt so viel.
Währenddessen wurden die Fondsmanager gefeierte Helden; die kleinen Investoren dachten, dass Investieren wie die Auswahl einer guten Rock&Roll-Band sei. Sie suchten sich die Stars auch unter den Fonds aus. "Nicht Sterne, sondern Kometen", bemerkte Bogle. Aber die Top-Fonds des einen Jahres standen im nächsten Jahr ganz unten in der Performance-Rangliste. Der kleine Investor kam immer ein bisschen zu spät zur Party. Wenn er ankam, war schon kein Bier mehr da! Im Zeitraum von 1984 bis 2001 gewann der S&P 500 rund 14,5 % pro Jahr (Quelle: Dalbar, eine Analysefirma) – was diesen Zeitraum zum größten Bullenmarkt der Geschichte machte.
Aber der durchschnittliche Aktienfonds gewann nur 4,2 % pro Jahr. Und wenn man das Jahr 2002 noch hinzunehmen würde, dann würde diese Kennziffer wahrscheinlich unter 3 % fallen – was weniger als die Inflationsrate für diese Periode wäre. Bemerkenswert, dass der kleine Investor immer noch auf die Fondsmanager vertraut.
*** Gestern hatte meine Tochter Maria ihren 17. Geburtstag. Und sie steht ernsthaft auf der Schwelle zu einer Model-Karriere. Vorgestern hat sie für das TIME-Magazin Mode vorgeführt. Nächste Woche wird sie nach Mauritius fliegen, um dort für ein französisches Frauenmagazin, Madame Figaro, fotografiert zu werden. Und danach nach New York, zu den Modenschauen im Februar. Was für ein Leben! "Maria, hast Du keine Angst, dass die Schule darunter leiden könnte?" fragte sie ihr Vater. "Schau Mal, Dad, ... ich kann Geschichte immer lernen ... aber Model kann ich nur jetzt sein ..." Und sie hat Recht. Jede Versuchung hat ihre Zeit ... mehr dazu auch in meinem nächsten Artikel.