Die Schulden müssen weg
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 6. Dezember 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Das Thema sind Schulden; die sollen weg.
Die Schulden sind an den Märkten weiterhin ein großes Thema. In Europa geht es um Irland. Vielleicht auch um Portugal. Deren Zinskosten stiegen.
In den USA sind die Kurse von Anleihen der Kommunen in den letzten Wochen deutlich zurückgekommen. Kalifornien könnte Hilfe von der Bundesregierung erhalten. Aber Kalifornien könnte das nicht wollen. Sowohl Kalifornien als auch Irland könnten wie ehrliche Inkompetente Pleite gehen, anstatt um Rettung durch andere zu bitten.
Schulden werden unterbewertet. Auf die kann man sich aber mehr verlassen als auf Vermögen. Die Krise der Jahre 2007 bis 2009 hat ungefähr ein Drittel des Reichtums der Welt an Papiervermögen" vernichtet. Und 7 Millionen Jobs sind alleine in den USA abgebaut worden. Aber die Schulden überlebten, intakt. Und der Cash Flow, der für die Schulden notwendig ist, ist sogar gewachsen.
Die Zentralplaner können eine Rezession scheinbar weggehen lassen. Mit genügend heißem Geld können sie die Preise von Vermögensgegenständen erhöhen, oder die Arbeitslosigkeit abbauen. Aber die Schulden kooperieren nicht. Die Geldpolitik lässt die nicht weggehen. Schulden verlangen Ehrlichkeit. Der Schuldner muss zugeben, dass er ein Idiot ist. Entweder muss er für seine Fehler bezahlen...oder er betrügt.
Bei allem Respekt - die US-Politik ist jetzt ratlos", so der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sinngemäß. Es sei nicht so, dass die Amerikaner nicht genug Liquidität in den Markt gepumpt hätten. Jetzt zu sagen, wir pumpen noch mehr Geld in den Markt, werde das Problem nicht lösen, so Schäuble.
Die Angelsachsen haben das Schuldenproblem unterschätzt. Die Offiziellen machten ihre Karrieren, indem sie das Schuldenproblem ignorierten oder nicht verstanden. Tausende arbeiten für die Regierungen und Zentralbanken...die müssten eigentlich zurücktreten.
Die geben vor, das Problem sei fehlende Liquidität". Oder ein Fehler des Kapitalismus. Oder dass die Regulierungen zu lasch waren. Jedes dieser Probleme könne gelöst" werden. Zu wenig Liquidität? Die Fed kann neue schaffen; so viel man will. Hat der Kapitalismus versagt? Kein Problem, die Regierung kann es mit zentraler Planung versuchen. Zu wenig Regulierung? Machen Sie Witze; weitere Regulierungen können wir doch am besten machen.
Das wirkliche Problem sind die Schulden.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Franz Steinbauer (06.12. 2010 08:14 Uhr):
Eine wichtige Rolle in puncto Schulden spielt der Umstand, wer die Schulden hat. Wie ein französischer Philosoph dazu bereits anmerkte, ist es gefährlich Recht zu haben, wenn die Regierung falsch liegt. Da die Regierungen der westlichen Staaten zu den größten Schuldnern auf unserem Planeten zählen und ihre Lage zunehmend aussichtslos wird, werden wir wohl bald ungewöhnliche Maßnahmen der Regierungen sehen. Die kalte Enteignung der ungarischen privaten Pensionskassen ist ein Vorgeschmack auf die noch zu erwartenden Raubzüge der Herrschenden. Da die Tilgung der angehäuften Staatsschulden nicht mehr möglich ist, läuft das Spiel letztlich auf die Enteignung der Gläubiger in der einen oder anderen Form hinaus.
Antworten - Kommentar von Norbert Andres (06.12. 2010 14:11 Uhr):
Nach meiner Ansicht ist das grösste Problem der Wirtschaften die seit ca. 10 Jahren stetig sinkende Kaufkraft der inländischen Bevölkerung in Europa und vor allem USA.
Antworten