Die Schlinge zieht sich zu

in Profit Radar
vom


Das war wieder so ein Tag an den Börsen, an dem man sich eigentlich nur eine Flasche Wein aufmachen kann, um die schlechten Nachrichten wegzuspülen. Vielleicht nehmen Sie sich ja eine Flasche griechischen Wein, um ein wenig den Export anzukurbeln.

 Das Land hat wirklich dringend positive Nachrichten nötig. Denn die Schlinge zieht sich immer weiter zu. Das jüngste Wahlergebnis hat die desolate Lage noch deutlicher gemacht. Der Wutausbruch der IWF-Chefin Lagarde („afrikanische Kinder tun mir mehr leid als die Griechen") spricht für sich.


Und längst bereiten sich großen Firmen auf einen Euro-Austritt der Griechen vor. Der Versicherungskonzern Axa zum Beispiel ist nach eigenen Angaben auf den Austritt Griechenlands vorbereitet. „Ich denke, der Euro wird überleben, aber wir müssen auf das Extreme vorbereitet sein", sagte der CEO, Henri de Castries. Axa können den Austritt sogar verkraften, ohne neues Kapital aufnehmen zu müssen.

Passend dazu kommt auch eine Meldung von der Allianz-Tochter Euler Hermes, der den Griechen nicht gefallen dürfte. Der Exportversicherer zieht angesichts der sich zuspitzenden Situation in Griechenland Konsequenzen und wird keine Ausfuhren nach Griechenland mehr versichern. „Die Exporte nach Griechenland sind aufgrund der jüngsten wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten deutlich risikoreicher geworden", teilte Euler Hermes mit. Ähnlich reagierte jetzt auch der französische Exportversicherer Coface.

 

von
Volkmar Michler
Volkmar Michler

Aus eigener Anschauung kennt Volkmar Michler die Chancen und Risiken einiger Emerging Markets, zum Beispiel Nord- und Westafrika sowie Lateinamerika.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben

Kommentar von rj

... komme gerade von einer Reise nach Thessaloniki und Umgebung zurück. Was hier alles geredet wird ist vor Ort kaum nachvollziehbar: Leben wie Gott in Frankreich, nette Leute, Preise hoch oben (Tasse Kaffee zwischen 3,50 und 4,50 €), Politik und Finanzunwesen scheinen ein eigenes unabhängiges Leben zu führen?

Antworten