Die Schlagzeilen der Zukunft
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 21. Juli 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Die Rezession des Jahres 2001 ist in den USA immer noch nicht beendet. Wenn die Wirtschaft dem Pfad früherer Erholungen gefolgt wäre, dann würde es jetzt in den USA 4,3 Millionen mehr Jobs geben. Und vielleicht ist diese Anzahl Jobs ja auch geschaffen worden...nur nicht in den USA.
Natürlich haben künstlich niedrige Zinssätze Auswirkungen. Sie machen es für den amerikanischen Konsumenten fast unwiderstehlich, sich weiter zu verschulden. Die Chinesen, Japaner, Taiwaner, Malaysier, Indonesier, Inder und Dutzende anderer sollten sich vor ihm verneigen; der amerikanische Konsument fällt so tief ins Schuldenloch, damit sie ein besseres Leben haben.
Richard Berner von Morgan Stanley meint, dass ein neues Maß (für die Verschuldung der Konsumenten) anzeigt, dass das Verhältnis von Schuldendienst zu verfügbarem Einkommen diesmal fast 100 Basispunkte höher ist als beim vorherigen Hoch Ende 1986 (...). Es sieht deshalb so aus, als ob die Konsumenten die niedrigeren Zinsen dazu genutzt haben, sich rücksichtslos zu verschulden."
Die amerikanische nationale Sparquote ist seit letztem Jahr zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch bei unter 1% des BIP. In den 1960ern lag diese Kennziffer bei 8,5%. Ohne die Ersparnisse der Ausländer würde das gesamte verrückte System zu einem schnellen Ende kommen. Mit anderen Worten: Es gibt Wahnsinn auf beiden Seiten des Pazifiks. In Asien sparen die Leute 20 bis 40% ihrer Einkommen, und leihen dieses Geld den Amerikanern. In Nordamerika sparen die Leute kaum etwas. Stattdessen leihen sie sich Geld von den Asiaten, um damit mehr Importgüter bezahlen zu können und die Beschäftigtenzahlen in diesen Ländern steigen zu lassen.
Wenn man nach vorne schaut, dann ist meine Vermutung, dass diese Verrücktheit zu einem Ende kommen wird: Der Dollar wird wieder fallen, die Asiaten werden beginnen, ihr Geld selbst auszugeben, und die Amerikaner werden Jahre brauchen, um sich aus ihren Schulden herauszuarbeiten.
Aber: Wenn ich mir die Schlagzeilen der Zukunft vor meinem geistigen Auge ansehe...dann denke ich, dass ich die Schlagzeilen zwar lesen kann...aber nicht das Datum.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wilhelm Meier (21.07. 2010 08:21 Uhr):
ihre Aussage,dass die 'Asiaten' zwischen 20 und 40% ihres Einkommens sparen ist so nicht ganz richtig, die meisten 'Asiaten' bekommen oftmals nichtmal soviel Geld, dass sie davon vernünftig leben können. Ich glaube das beurteilen zu können, denn ich bin seit 1979 sehr oft auf Montage in Asien unterwegs, u.a. seit 2003 in China, vorher u.a. Indonesien, Thailand, Malaysia, Singapore.
Antworten- Antwort von Fritze (21.07. 2010 09:31 Uhr):
Es wird so sein, daß der Ami seine Gläubiger frech im Regen stehen lassen wird! Dann können sie mit Ihren grünen Scheinchen zusehen, wo sie bleiben. America first!
- Antwort von Fritze (21.07. 2010 09:31 Uhr):
- Kommentar von Anybody (21.07. 2010 08:57 Uhr):
Ich glaube nicht, daß die Amerikaner ihre Schulden abarbeiten werden. Eher werden sie andere Methoden probieren.
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