Die Schlacht um das Überleben der Investitionen – Teil 1
Nathan Lewis in Traders Daily
vom 17. September 2008, 12:00 Uhr
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Eine Einführung in die Prinzipien des Zinseszinses zeigt, dass eine Investition, die Erträge von 5% oder sogar nur 3% einbringt, irgendwann zu einer gewaltigen Summe wird. Eine Million Dollar - was heute schon ein anständiges Haus ist - die man zu lediglich 3% anlegt, werden in vierhundert Jahren zu 136 Milliarden Dollar. Und bei 5% wären es schon 299 Milliarden Dollar.
Das bedeutet aber nicht, dass es leicht ist, so Geld zu verdienen. Es zeigt, dass es schwer ist. Ich kenne kein einziges Beispiel eines beachtlichen Erfolges auf Basis dieser einfachen Strategie. Warum nicht? Viele Dinge können in den vier Jahrhunderten passieren. Und eine Sache, die mit ziemlicher Regelmäßigkeit passiert, ist die Entwertung von Währungen, möglicherweise bis zu dem Punkt der Wertlosigkeit.
Im Jahr 1935 schrieb ein Aktienbroker mit Namen Gerald Loeb ein Buch mit dem Titel: The Battle for Investment Survival [dt.: Erfolgreich durch den Investment-Dschungel]. Heute gilt dieses Buch als Klassiker und es wird immer noch gedruckt. Der dramatische Titel verdankt sich vermutlich der dramatischen Zeit, in der es zum ersten Mal erschien. Auch in den Siebzigern waren Katastrophen beschwörende Bücher beliebt.
Doch in diesem Buch, welches in den 1950er Jahren (und in den 1960er Jahren) überarbeitet wurde, macht Loeb klar, dass die „Schlacht", die wir im Kopf haben, die Inflation ist. „Die große Bedrohung für den erfolgreichen Erhalt von Kapital ist eine variierende Kaufkraft des Geldes", schrieb Loeb. Die Leute, die ihr Geld mit sicheren 2% oder 3% hielten, waren die sicheren Verlierer in der langfristigen Schlacht für das Überleben der Investitionen, argumentierte Loeb.
Manchmal ist Bargeld eine gute Wahl. Aber langfristig war es, selbst wenn man nur ohne Verluste herauskommen wollte - notwendig zu spekulieren. Die beste Verteidigung ist eine starke Offensive. „Denn ich persönlich bin absolut überzeugt davon, dass Verluste unvermeidlich sind, wenn man versucht, ein sicheres Einkommen durch kleine Erträge zu sichern, so dass ich immer Spekulation anstelle von Investitionen als das Verfahren vorschlage, das weniger wahrscheinlich einen Verlust und wahrscheinlicher einen Gewinn hervorbringen wird."
Das Lustige daran ist, dass Loeb fast sein gesamtes Leben unter dem Goldstandard gelebt hat. Es gab 1933 eine Entwertung, aber das war während seines gesamten erwachsenen Lebens die einzige, die Folgen hatte.
Es ist schon seltsam, aber in dieser Zeit hat das Geld seinen Wert gehalten. Erst als die Phase der flexiblen Wechselkurse seit 1971 begann, fingen Loebs schlimmste Sorgen an, wahr zu werden. Er ist 1974 gestorben. Vermutlich waren seine letzten Worte. „Habe ich es euch nicht gesagt?"
Loeb war nicht der einzige, der sich Gedanken darüber machte, wie man bei dieser Schlacht um das Überleben der Investitionen bestehen kann. Es ist keine Überraschung, dass die Regierungsanliehen in den Dreißigern und Vierzigern beliebt waren, nach den Wirtschaftskrisen und Weltkriegen und Ähnlichem.
Im Jahr 1949 wurden zehnjährige amerikanische Regierungsanleihen mit 2,0% getradet. Und das war der Gipfel des großen Anleihenbooms. Man könnte es sogar als Blase bezeichnen, in dem Maße, in dem es bei Regierungsanleihen Blasen geben kann.