Die Sache mit dem Rating
Henrik Voigt in DAX Daily zum Thema Ratingagenturen
vom 11. November 2011, 08:30 Uhr
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eigentlich müssten Anleihen des EFSF mit seinem Triple A-Rating ein heiß begehrtes Anlageprodukt sein. Offenbar ist das Top-Rating aber ebenso viel wert wie seinerzeit das der US-Investmentbank Lehman kurz vor ihrer Pleite. Die Ratingagenturen sind offenbar selbst skeptisch. Standard & Poor's ließ verlauten, dass der EFSF zwar zum Start mit AAA bewertet wird. Allerdings nur solange, wie der EFSF wirklich Erfolg hat und nicht eines der Mitgliedsländer herabgestuft wird. Zitat: „Wenn die vom EFSF gestützten Hilfsprogramme das Vertrauen um Markt nicht verbessern, und wenn durch Ansteckung AAA-bewertete Mitglieder unter Druck geraten, dann könnte dies indirekt die Bonität des EFSF betreffen".
Die Hauptfinanziers des EFSF sind Frankreich und Deutschland. Würde eines dieser Länder sein Triple A verlieren, dann muss das andere entweder dem Konstrukt mehr Geld zur Verfügung stellen oder es erfolgt ein Downgrade des gesamten Schirms. Nun erwarten aber nicht wenige Beobachter noch in diesem Jahr eine Abstufung Frankreichs. Etwa die Analysten der Deutschen Bank in ihrem Global Markets Research. Frankreichs Privatwirtschaft weise eine schlechte Rentabilität auf und habe einen hohen Kreditbedarf. Außerdem dürften die Kosten des Bailouts der Großbank Dexia belasten. Die Ratingagentur Moody`s hat deshalb ein Auge auf Frankreich geworfen. Wie ich die amerikanischen Agenturen kenne, werden sie mit Abstufungen bei europäischen Ländern nicht zögerlich sein.
Die Folgen für den EFSF wären allerdings verheerend. Der Tokioter Ökonom Daisuke Karakama schreibt in einem Bericht, dass dieser dann mehr als ein Drittel seiner Kreditvergabekapazität einbüßen würde. Von den derzeit effektiv 440 Mrd. Euro blieben dann nur noch 280 Mrd. Euro als Kreditvolumen, so der Experte (den ominösen Hebel lassen wir mal außen vor, solange diesen kein Investor ernst nimmt). Zieht man davon allerdings die Beträge für die bereits zugesicherten Rettungspakete für Irland, Portugal und Griechenland ab, blieben nur noch 64 Mrd. Euro übrig. Ein bisschen wenig. Oder aber Deutschland schießt die fehlenden 160 Mrd. Euro nach. Viel Spaß damit!
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (11.11. 2011 10:40 Uhr):
Fortsetzung der Lügen mit allen Mitteln! Hat man uns nicht einmal erzählt, die Griechenland-"Rettung" diene "nur" dazu, die Ansteckung der anderen PIIGS zu vermeiden und würde uns höchstens 20 MRD kosten? Inzwischen sind sie alle insolvent, die EZB "muss" ihre Staatsanleihen mangels sonstiger Nachfrage aufkaufen, und das Euro-Domino bedroht akut Frankreich. Und Deutschland haftet für ca. 220 MRD des "Rettungsschirms" und in unbegrezter Höhe für die Schulden der EZB, und der "Schirm" sieht inzwischen eher wie ein immer weiter expandierender Atompilz aus. Ob die PIIGS für die Rettung des Euro und damit der dummen Geber- und Garantiestaaten genügend sparen können und vor allem wollen? Oder geht der Showdown nicht so, dass derjenige gewinnt, der die stärksten Nerven, die meisten Schulden und die rebellischste Bevölkerung hat, und die mit der geduldigsten Bevölkerung zahlen ?! Also Prost, unser teures Europa, und ein paar Lügen für die, die die Zeche zahlen!
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