Die Rückkehr zur Normalität
Gerald Celente in Traders Daily
vom 11. Mai 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Wenn Wirtschaftsanalysten und Politiker die Rückkehr zur Normalität anstreben, dann hinterfragen sie weder Unvermeidlichkeit, noch den Nutzen oder die Erwünschtheit einer Rückkehr zur Normalität. Was ist denn normal?
Für den Handel bedeutete „normal" den obsessiven Zwang, endlos aufzukaufen und nicht nur nachzurüsten. Geliehene Milliarden, jede Menge Fremdverschuldung und wenig Sicherheiten versorgten Financiers und Bauunternehmer mit der Macht, immer mehr Geld, Anlagewerte und Prestige zu erlangen - durch Fusionen und Übernahmen, große Bauprojekte, Spekulation am Wertpapiermarkt und raubtierhafte Geschäftspraktiken, die den Wettbewerb entweder verschlangen oder vertrieben.
Mit etwas mehr oder weniger Regulierung und Selbstbeherrschung ist die „Normalität", zu der der beliebte neue Präsident verspricht, zurückzukehren.
Und das bringt mich zur dritten Annahme, und vermutlich zur wichtigsten, die darin besteht, dass die Krise - die Unfähigkeit der Banken Geld zu verleihen und der Unternehmen, es zu leihen - hauptsächlich für die wirtschaftliche Krise verantwortlich zu machen ist.
Oder, wie Präsident Obama sagt: „Unser Ziel besteht darin, den Tag schneller zu erreichen, an dem wir wieder anfangen, Geld an die amerikanische Bevölkerung und die amerikanischen Unternehmen zu verleihen und diese Krise ein für alle Mal zu beenden.
Er sagte: „Sie sehen, dass der Kreditfluss das Lebensblut unserer Wirtschaft ist. Die Fähigkeit, einen Kredit zu bekommen, bedeutet die Möglichkeit, irgendetwas zu kaufen - von einem Haus, über ein Auto zu einer Universitätsausbildung. So füllen die Supermärkte ihre Läden und so kaufen die Farmen ihre Ausstattung und die Unternehmen finanzieren so ihre Gehaltslisten."
Das klingt doch alles ganz gut, oder nicht? Man lockert den „Kreditfluss". Man macht es den Menschen leichter, einen Kredit zu bekommen.
Was der Präsident damit meinte, aber nicht sagte, war... dass man mehr Schulden machen soll und mehr Geld leihen.
Das kommt uns doch bekannt vor, oder? Drehen Sie die Uhr zurück. Erinnern Sie sich an die Werbungen zu Beginn des Jahrzehnts, in denen die Amerikaner aufgefordert wurden, Kredite auf den Eigenkapitalanteil ihrer Häuser aufzunehmen, um ein neues Auto zu kaufen oder von ihrem einfachen Haus in ihr Traumhaus umzuziehen.
Bei Zinssätzen auf dem geringsten Niveau in 46 Jahren und fließenden Krediten, wurde die Öffentlichkeit dazu gebracht, ihre Zukunft mit geliehenem Geld aufs Spiel zu setzen, das sie nur zurückzahlen konnte, solange sie noch einen Arbeitsplatz hatte. Solange sie noch zahlen konnten, brach die Wirtschaft nicht ein.
Aber als sie ihre Stellen verloren, konnten sie nicht mehr zahlen, und die Wirtschaft brach ein. Die Arbeitslosigkeit liegt insgesamt (unter Berücksichtigung der entmutigten und derer, die nur Teilzeitstellen haben aber nach einer Vollzeitstelle suchen) bei ungefähr 15%. Im vierten Quartal des Jahres 2008 ist das Nettovermögen eines amerikanischen Haushalts um den größten Betrag seit mehr als einem halben Jahrhundert, in dem die Werte aufgezeichnet wurden, gefallen. Im Februar 2009 ist die Zahl der Zwangsvollstreckungen gegenüber Februar 2008 um 30% gestiegen.
Was Mr. Obama als Lösung vorschlägt, war und ist das Problem. Das Land ist bereits von Schulden überlastet... Schulden, die nicht zurückgezahlt werden können. Auf welche Weise kann die Übernahme weiterer Schulden „diese Krise ein für alle Male beenden?"
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