Die richtige Zeit, aus dem Immobilienmarkt auszusteigen
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 26. Oktober 2005 18:00 Uhr
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Hometrack zufolge fallen die Immobilienpreise in London schon seit zwei Jahren. Ich frage mich nun, wann der Abstieg in die USA kommen wird.
Ich habe keinen Zweifel daran, dass Immobilieneigentum im Wert fallen wird. Aber hinsichtlich der Fragen: Wann?, Wo? und Wie? habe ich eine ganze Reihe von Ideen.
Keinen vernünftigen Menschen muss es jedoch interessieren, was sein Haus wert ist. Er benutzt es, um dort zu leben, und nicht, um für seine Rente zu bezahlen. Abgesehen davon ist der durchschnittliche Preis eines Hauses in Amerika, verglichen mit dem Rest der Welt, nicht besonders außergewöhnlich. Wenn man ein Haus im ländlichen Mittleren Westen besitzt und wenn man mit diesem Haus auch glücklich ist, dann sollte man es nicht verkaufen, nur weil es am Immobilienmarkt eine Korrektur geben wird. Darüber sollten Sie gar nicht nachdenken. Ein Haus sollte keine Investition sein, sondern ein Gebrauchsgut. Genießen Sie es. Zahlen Sie Ihre Hypothek ab und schlafen sie gut unter seinem Dach, ganz egal, was in Ihrer Nachbarschaft bei den Immobilienpreisen los sein mag.
An anderen Märkten, z.B. in Miami, Washington, Las Vegas und San Diego, werden die kommenden Korrekturen so heftig ausfallen, dass Sie wünschen werden, Sie hätten verkauft. In den Achtzigern in Houston und in den Neunzigern in New York sind die Preise um 50 % und mehr gefallen. Ähnliche Richtungswechsel an den Märkten, die heute am heißesten sind, würden mich nicht überraschen.
Miami und Las Vegas sind wahnsinnig, was die Wohnungsbauten anbelangt. Dort wurden tausende Einheiten verkauft, ehe sie gebaut wurden. Wahrscheinlich werden nicht einmal alle verkauften Wohnungen fertig gestellt. Bei vielen Käufern handelt es sich nicht um Leute, die einen Ort suchen, an dem sie wohnen können, sondern um Spekulanten, die hoffen, dass sie leichtes Geld machen können, indem sie die Häuser verkaufen, wenn sie erst einmal fertig sind. Es gibt auch am amerikanischen Markt schon Zeichen für eine Abkühlung. Na und? Aber die Spekulanten sind keine vernünftigen Menschen. Sie werden von der Gier getrieben und hoffen, dass sie etwas für nichts bekommen können ... und wenn sie dann irgendwann wirklich bekommen, was sie verdienen, dann werden sie zu Desperados und Schurken. Wenn die Wohnung im Wert nicht steigt, dann lassen sie diese links liegen wie eine alte Freundin; sie kostet Geld, dann hat er kein Interesse mehr an ihr.
Wenn die leeren Wohnungen erst einmal zum Verkauf angeboten werden, dann werden alle Immobilien Probleme bekommen. Wann wird es so weit sein? Ich würde einmal annehmen, dass die Stunde naht und schon bald da sein wird.
Der "König der Immobilien", erfahre ich am Wochenende bei CNN, hat beschlossen, dass er sich rausziehen will, solange das noch einfach möglich ist. Tom Barrack hat den größten Immobilienfonds der Welt – Colony Capital – mit 245 Milliarden Dollar unter Verwaltung. Der Fonds ist in den letzten 15 Jahren jährlich um 21 % gestiegen, nach Abzug der Gebühren noch 17 %. Baracks Verfahrensweise besteht darin, stilvolle Immobilien zu erwerben, wenn die Preise unten sind, sie dann ein bisschen aufzumöbeln und wieder zu verkaufen, wenn sich der Zyklus gewendet hat. Haben Sie das verstanden? Es ist nicht Mr. Barracks Geschäft, fortschrittliche Finanzprodukte an den Mann zu bringen. Sein Leitspruch sollte Ihnen sehr bekannt vorkommen: "Kaufen sie günstig, verkaufen sie teuer"
So hat er z.B. den Fukuoka Dome in Tokio für einen Preis gekauft, der unter dem Wert des Titans lag, dass im rückfahrbaren Dach verbaut wurde. Er hat auch das Hilton Hotel in Las Vegas mit 3.000 Zimmern für 2,80 Millionen gekauft, was nur knapp ein Zehntel dessen ist, was es Steve Winn gekostet hat, das Ding zu bauen.
Es gibt eine Zeit zu bauen und eine Zeit zu kaufen, schließe ich daraus. Die Zeit, etwas zu bauen, ist dann, wenn man eine Menge Geld hat, das man los werden will. Die Zeit zu kaufen ist, wenn der, der gebaut hat, Pleite gemacht hat. Das ist die Technik von Barrack.
Die Baufirmen sind an den amerikanischen Märkten alle wahnsinnig geworden. Jetzt ist es an der Zeit zu verkaufen, sagt Barrack. Später werden wir noch eine Gelegenheit bekommen, zu kaufen ... zu wesentlich günstigeren Preisen.