Die Rentenpläne des Steve Schwarzman
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 29. Juni 2007 07:30 Uhr
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Ich habe heute nur sehr wenig an Kommentaren zur Finanzwelt zu bieten … aus dem einfachen Grund, dass es hier in Irland nur sehr wenig Information zu dem Thema gibt. Der Irish Independent hat von der Wall Street entweder noch nichts gehört ... oder er ist ihr gleichgültig gegenüber eingestellt. Es gibt nirgends auch nur den geringsten Hinweise auf den Dow Jones Index.
Doch dann habe ich am Montag diesen kleinen Beitrag gefunden:
Blackstone fällt den zweiten Trading Tag in Folge“, Der arme Stephen Schwarzman ist heute um 600 Millionen Dollar ärmer als gestern, heißt es in der Zeitung. Erinnern Sie sich noch? Die ganze Sache wurde angeblich ins Laufen gebracht, weil er bereit für den Ruhestand war und das Bargeld aus seinen Positionen brauchte. Was nun? Wird es noch möglich sein, wie geplant in den Ruhestand zu gehen? Ach, keine Sorge, Steve – es gibt ja immer noch die Social Security.
Diesen Typen muss man ganz einfach bewundern, Er hat ein Unternehmen geschaffen, dass außerordentlich, fast erhaben, an diese Umwelt der weltweiten Finanzblase angepasst war. Er hat Milliarden verdient, während die Blase weiter größer wurde. Und dann hat er verkauft. Nicht ganz, aber zu großen Teilen, und das zu einem Zeitpunkt, der kurz vor dem Wendepunkt gelegen haben muss.
Und noch erstaunlicher ist, dass dieser Verkauf mit solch heftiger Ironie beladen war, dass es so schien, als würde die gesamte Struktur der modernen Anlagetheorie darunter zerbrechen. Hier war ein Unternehmen, das Milliarden im Bereich Private Equity erwirtschaftet hat und das sich jetzt selbst an der Börse verkaufte, auf der Basis dieser Erfolgsgeschichte, die das Unternehmen nicht länger fortsetzen konnte, denn es war kein Private Equity Unternehmen mehr.
Jetzt ist es ein öffentliches Unternehmen. Wenn der öffentliche Markt wirklich so schlau ist, wie die Theoretiker behaupten, dann spiegelt der Aktienpreis schon heute die Rentabilität des Unternehmens wieder. Und damit sagt man nur, was offen auf der Hand liegt: Die echten Gewinne wurden zu dem Zeitpunkt erwirtschaftet, als Schwarzman verkauft hat, nicht als die breite Masse kaufte. Schwarzman ist der wirkliche Investor. Die Käufer sind ganz einfach nur arme Trottel.
Zwischenzeitlich fährt Simbabwe fort, zeit- und realitätsnahe Lektionen darüber zu erteilen, wie die Märkte in Wirklichkeit funktionieren. Über einen Bericht bei Reuters erfahre ich, dass die grünen Scheinchen aus Simbabwe dieses Jahr im April mit einem Wechselkurs von 15.000 zu eins an den amerikanischen Dollar angebunden wurden. Aber jetzt ist Juni und ein Schein des amerikanischen Dollars bringt einem einen Stapel von 200.000 Dollar aus Simbabwe.
Sehen Sie, wie so etwas funktioniert, liebe Leser? Je mehr Dollar die Zentralbank in Simbabwe herausgibt, desto mehr Leute wollen sie nicht mehr haben. So funktioniert es immer. Qualität und Quantität verändern sich entgegengesetzt. In der Währungswelt nennt man den Anstieg der Geldmenge, der unvermeidlich einen Rückgang der Qualität – der Kaufkraft – zur Folge hat, Inflation.
Doch ach, wenn es doch nur leichter wäre. Jetzt haben wir es mit einem Phänomen zu tun, das nicht einmal Mises vorhergesehen hat. Die Menge der amerikanischen Dollars steigt - je nach angesetzter Messmethode – mit einer Geschwindigkeit, die mit dem dreifachen des Wachstums des Bruttoinlandsprodukts festgehalten wurde. Die Derivat-Kontrakte, die auf den Dollar ausgezeichnet sind, haben heute einen Nennwert, der dem 12fachen der gesamten Weltproduktion entspricht. Und bislang sieht es noch nicht so aus, als wären die Leute wirklich bemüht, den Dollar los zu werden.
An der Spitze steigt die Inflation am Kunst-, Antiquitäten-, und Sammlermarkt, sowie bei den Aktien aus Shanghai und am Markt für Luxushäuser, mit einer hohen Geschwindigkeit – wenn auch nicht mit Simbabwe vergleichbar – zu steigen. Ganz unten bei den Verbraucherpreisen ist die Inflation durchwachsen ... und von mittlerem Ausmaß.
Es ist mit Sicherheit ein Crack-Up Boom, den wir gerade erleben. Aber die Dinge sind so verdreht und so boomend, dass es schwer ist vorherzusehen, was als nächstes passieren wird – doch ich habe so meine Vermutungen.