Die Regierung als Zerstörer – Teil 5
Lew Rockwell in Traders Daily
vom 03. März 2008 12:00 Uhr
ENL5454
Und genauso ist es in unserer Zeit. Wir müssen uns selbst fragen, wozu Washington diesmal in der Lage sein wird. Ich gehe davon aus, dass die Antwort heißt: Zu allem und jedem. Bernanke wird versuchen, die Wirtschaft mit Geld zu überschwemmen. Washington ist absolut in der Lage, Preis- und Lohnkontrollen für die gesamte Wirtschaft einzuführen.
Washington ist ebenso fähig zu einem erschreckenden Ausmaß einer protektionistischen Gesetzgebung. Neue Steuern sind wenig wahrscheinlich, aber Besteuerung durch Schuldenanhäufung ist vermutlich unvermeidlich. Es mag Rationierungen geben, Ausgabenmandate, Gesetze, die das Horten verbieten und mehr. Die Annahme, dass eine Steigerung des Konsums der Schlüssel zu Wohlstand sei, ist ganz besonders gefährlich und steckt zudem voller Ironie.
Während guter wirtschaftlicher Phasen, werden wir von der intellektuellen Elite ständig aufgrund unserer Konsumgewohnheiten gepiesackt. Dann heißt es, dass wir eine gierige Nation sind, die immer mehr wertloses Zeug kauft und sich nicht um langfristige Überlegungen schert. Die amerikanische Öffentlichkeit wird von der intellektuellen Elite als materialistisch, konsumorientiert und kurzsichtig verschrien. Dann kommt eine Rezession und der Ton ändert sich vollständig.
Verlässliche Linke, die gerade noch über die widerlichen Konsumgewohnheiten des amerikanischen Verbrauchers geklagt haben, wenden sich plötzlich dem Geld zu und sagen uns, der Konsum sei der Schlüssel zu wirtschaftlichem Wachstum. Sie geben dann einer Politik den Vorzug, die uns dazu bringt, immer mehr von unserem Geld hinzublättern, in dem Glauben, dass das Kernproblem ein Mangel an Nachfrage sei! Das jüngste Beispiel ist Barack Obama, der im vergangenen Jahr sagte, das Problem mit der Popkultur sei, dass sie „unsere Radiowellen mit einem stetigen Strom aus Sex, Gewalt und Materialismus anreichert.“
Doch just in dieser Woche scheint er eines der drei ins Herz geschlossen zu haben. „Wenn sich die Wirtschaft auch in den folgenden Wochen weiterhin verschlechtert, dann sollten wir den Leuten Schecks schicken“, sagte er, „das ist die schnellste Möglichkeit, den Leuten zu helfen, ihre Rechnungen zu zahlen und wieder anzufangen, Geld auszugeben.“ Doch um genau zu sein, sind geringere Ausgaben und höhere Sparraten das, was während einer Rezession angesagt ist.
Eine Rezession ist nichts anderes, als eine Marktkorrektur großgeschrieben. Der Versuch, zu Ausgaben zu zwingen, bedroht den Wert des Dollars selbst. Und hier droht uns eine sehr gefährliche Situation. Wenn der Dollar nicht länger die internationale Währung nach Wunsch ist, und dazu könnte es kommen, dann droht uns heftigste Inflation. Und mit dieser scheußlichen Gesetzgebung, die jede Wahl einer Währung verbietet, wird Amerika festsitzen.
Das ist ein Problem, das in Washington fast Panik auslösen könnte. Die Ironie ist hier, dass nach einem Jahrhundert des gescheiterten Interventionismus und Sozialismus, Washington vermutlich den Pfad des geringsten Widerstandes wählen wird und auf unsere Kosten noch mehr Macht an sich reißen wird.