Die Rechtmäßigkeit schwindet dahin – Teil 2
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 8. Januar 2009, 12:00 Uhr
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Die Jahre, seit Jimmy Carter eine erstaunlich schlaffe Öffentlichkeit hervorgebracht hat, versunken in verschiedenen Süchten und Ablenkungen, liegen weit zurück, aber auch das wird sich ändern. Die sich verdüsternde Stimmung des politischen Protests und des gewaltsamen Aktivismus, von der meine eigenen Jahre als junger Erwachsener getränkt waren, bildet sich am Horizont schon wieder aus.
Die Wahl von Mr. Obama für den Posten des Generalbundesanwalts, der milde blickende Eric Holder, könnte die Schlüsselfigur der frühen Monate der neuen Regierung werden. Wenn er nicht einige offensive Untersuchungen und strafrechtliche Verfolgungen einleitet, dann könnte das gesamte Unternehmen Obama unter den Verdacht der Unrechtmäßigkeit fallen. Das fängt an mit Henry Paulson, der für das Insider Trading, während er noch die Verantwortung für Goldman Sachs hatte und die eigenen hypothekarisch gesicherten Wertpapiere abverkaufte, zur Verantwortung gezogen werden müsste. Die Faulenzer, die den amerikanischen Banksektor in den Graben gefahren haben, müssen für ihre Schändlichkeit zur Verantwortung gezogen werden. Man darf nicht zulassen, dass sie sich hinter dem Programm TARP verstecken können.
Dummerweise werden das Rechtsystem und vermutlich auch das gesetzgebende System so tief unter dem verfahrensrechtlichen Unsinn begraben sein, wenn sich zahllose Unternehmen und Institutionen abwickeln und sie werden so viel damit zu tun haben, die Reste zu sortieren, dass abzuwarten ist, ob diese Generation der Verantwortlichen überhaupt mit einem Neustart von irgendetwas wird anfangen können, das einen Bezug zum Alltag in Amerika hat. All das beginnt den verstreuten Rest der Mittelklasse zu alarmieren, und von dort aus ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem Punkt, an dem sie wirklich sauer werden.
Wenn die Rechtmäßigkeit verfällt, dann ist alles möglich. Nichts wird dann mehr respektiert, nicht einmal Regeln oder Persönlichkeiten. Das Zentrum hält dann nicht mehr zusammen und das neue Vakuum ist dann ein stürmischer Ort.
Die gleiche Autoritäts- und Legitimationskrise breitet sich momentan von einem Land zum anderen aus. Schon bald wird sich China mit einer unzufriedenen Masse der Arbeitslosen auseinandersetzen müssen. In Griechenland herrscht schon seit Wochen der Aufruhr. Belgiens Regierung ist gerade zusammengebrochen. Handelsbarrieren werden aufgestellt. Exporte fallen weg. Der Energiemarkt der Welt ist gegenüber diesen Störungen nicht immun. Ich würde Probleme mit den aktuell noch nahtlosen Versorgungslinien erwarten, die Amerika zwei Drittel des Öls bringen, das wir hier verwenden. Selbst leichte Störungen im Bereich der Ölversorgung können einen Amboss am Fußgelenk einer Wirtschaft anketten, die bereits dabei ist, von den Klippen zu stürzen.
Momentan ist die vorherrschende Stimmung, das Land wieder dahin zurück zu bringen, wo es, sagen wir, vor zehn Jahren war, als alles noch hübsch brummte: Clinton-Nostalgie. Wir werden jedoch definitiv nicht dorthin zurückkehren. Das ist ein eitler Wunsch. Und jede Ansammlung von Beschlüssen, die darauf abgestimmt sind, in diese Richtung zu führen, wird zu Enttäuschungen führen. Unsere Richtung geht in ein Land von örtlichen Ökonomien in deutlich kleinerem Stile.
Wir könnten unsere föderalen Bindungen beibehalten, wenn die Bundesregierung in angemessener Weise das aufgeblasene, kraftlose Unternehmen zurückschrauben kann, zu dem sie geworden ist. Andernfalls könnte es sein, dass sie nur im Weg steht und die Sache noch schlimmer macht, und die Öffentlichkeit in der einen oder anderen Region Nordamerikas könnte dann zu dem Schluss kommen, dass sie besser ohne diese Regierung dasteht. Und das würde dann etwas sein, was man als Revolution bezeichnen könnte.