Die Probleme der Pensionsfonds
unserem Korrespondenten Eric Fry an der Wall Street in Investors Daily zum Thema Fonds
vom 30. Januar 2003 18:00 Uhr
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Das amerikanische Konsumentenvertrauen sackt weiter ab. Der vom Conference Board ermittelte Index fiel im Januar auf ein 9-Jahres-Tief – dank schwachem Arbeits- und Aktienmarkt. Der Index fiel von 80,7 Punkten im Dezember auf aktuell 79,0 Zähler; damit ist das Verbrauchervertrauen in 7 der letzten 8 Monate zurückgegangen. Offensichtlich fühlen sich die amerikanischen Konsumenten in diesen Tagen nicht sehr wohl.
Es überrascht mich nicht, dass der amerikanische Konsument schließlich doch vorsichtiger wird; es überrascht mich nur, dass dies so lange gedauert hat. Ich war vorsichtig – und gelegentlich geschockt – als die Aktien jeden Tag stiegen. Jetzt, wo es mit Aktienmarkt und Wirtschaft abwärts geht, welches finanzielle Phänomen könnte da die Zuversicht der Konsumenten wieder inspirieren? Und erinnern Sie sich ... wenn die Konsumenten nicht konsumieren, dann steigen die Unternehmensgewinne nicht ... und auch der Aktienmarkt nicht.
Was ist das? Der staatlichen Behörde, die die staatlichen Pensionsfonds absichert – mit Namen "Pension Benefit Guaranty Corp." (PBGC) – gehen die Gelder aus? Dabei hatte sie noch letzten Monat öffentlich versichert, dass es ihr finanziell gut gehe ... Jeffrey Speicher, Sprecher der PBGC, hatte noch am 12. Dezember 2002 im "Insight"-Magazin der Washington Times gesagt, dass die "PBGC dazu in der Lage sei, ihren Verpflichtungen für die vorhersehbare Zukunft nachzukommen. Die PBGC erzielt Überschüsse, aber selbst wenn diese verschwinden sollten, haben wir noch die Mittel, um unsere Verpflichtungen erfüllen zu können." Hm ... ich würde dies etwas skeptischer sehen. Vor 2 Jahren erzielte die PBGC schließlich noch einen Überschuss von 9 Milliarden Dollar – und letztes Jahr waren es noch 4,8 Milliarden Dollar. Damit hat sich der Überschuss in den letzten 2 Jahren halbiert, dabei sind die Probleme noch nicht einmal richtig in Erscheinung getreten. Die Zahl der Pensionäre, die direkt von der PBGC ihr Geld erhalten, liegt bei rund 270.000, aber bis zum Jahresende soll ihre Zahl auf 400.000 steigen. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, was das bedeutet. Wie lange wird die PBGC noch mit einem Überschuss arbeiten?
Nicht lange, leider. Der Überschuss der PBGC könnte übrigens schon jetzt verschwunden sein. Die New York Times schreibt dazu: "Diese Bundesbehörde, die die Pensionen von 44 Millionen absichert, hat unter den großen Firmenpleiten sehr gelitten und ihren Überschuss von 8 Milliarden Dollar in einem Jahr verbraucht. Obwohl sie die laufenden Zahlungen weiterhin leisten kann, wird damit gerechnet, dass sie bereits diesen Monat ein Defizit zwischen 1 Milliarde Dollar und 2 Milliarden Dollar angehäuft haben wird. In den folgenden Monaten soll sich die Situation noch verschlechtern.
Da die Defizitberechnung der PBGC auf zahlreichen Schätzungen über zukünftige Einnahmen und Ausgaben beruht, bedeutet "Defizit" nicht zwangsläufig Zahlungsunfähigkeit. Denn die PBGC ist eine staatliche Behörde, sie kann nicht "pleite" gehen, und wie der Staat selbst kann sie jahrelang mit Defiziten arbeiten.
Allerdings zeigt der Absturz der PBGC – von hohen Überschüssen hin zu Defiziten – eine der vielen Schwächen der amerikanischen Post-Spekulationsblase Volkswirtschaft. Die PBGC hätte in den fetten Jahren ihre Versicherungsprämien erhöhen sollen, um die staatlichen Pensionsfonds in den mageren Jahren – die wir jetzt sehen – besser unterstützen zu können. Da dies nicht getan wurde, wird die PBGC vielleicht bald gezwungen sein, mitten in der Krise die Beitragssätze zu erhöhen, was ein weiterer schwerer Schlag für die Profitabilität der Unternehmen wäre.
"Die PBGC versichert 35.000 Pensionspläne", erklärt das Insight-Magazin, "die Pensionspläne zahlen als Versicherungsprämie 19 Dollar pro Jahr und Versicherten an die PBGC." Als Gegenleistung sichert die PBGC diese Pensionspläne ab. Allerdings ist es offensichtlich, dass diese 19 Dollar pro Jahr und Beschäftigten die drohenden Verpflichtungen nicht auffangen können. Die PBGC müsste diesen Beitrag jetzt eigentlich erhöhen.
Die privaten Pensionsfonds der S&P 500-Unternehmen sind um satte 323 Milliarden Dollar unterfinanziert – Apogee Research weist seit Monaten darauf hin. Aber selbst dieser riesige Betrag ist nur die halbe Wahrheit. Laut dem CFO-Magazin beläuft sich die Summe der anderen Verpflichtungen der S&P 500-Unternehmen gegenüber den eigenen Pensionären – wie medizinische Versorgung der Pensionäre – auf imposante 317 Milliarden Dollar.
Zusammen sind das 640 Milliarden Dollar Verpflichtungen – das ist mehr als das Doppelte des Netto-Jahresgewinns aller S&P 500-Gesellschaften! Dieses Geld muss irgendwoher kommen. Im Endeffekt könnte es darauf hinauslaufen, dass die Gesellschaften für ihre Pensionäre und nicht mehr für ihre Aktionäre arbeiten müssen.