Die Probleme der Briten
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 07. Dezember 2004 12:00 Uhr
ENL5454
*** Die britische Industrie spürt den Schmerz:
Steigende Kosten, ein fallender Dollar – und am schlimmsten von allem: Kein Wachstum auf dem europäischen Kontinent. Ein Verband der britischen Produzenten ("Engineering Employer's Federation" = EEF) forderte gestern die Bank of England auf, , die Leitzinsen zu senken.
Laut der quartalsweisen Umfrage des EEF ist der Anteil der Unternehmen, die im kommenden Quartal mit einer Output-Erhöhung rechnen, von 27 % auf magere 8 % gefallen. Die Zahl derjenigen, die eine Verbesserung der Auftragseingänge erwarten, ist von 29 % auf 12 % gesunken.
Dieser schwache Ausblick hat dazu geführt, dass die Wachstumsprognose für das britische produzierende Gewerbe auf 1,9 % zurückgenommen worden ist. Im September waren noch 2,6 % Plus prognostiziert worden.
*** Großbritannien befindet sich in der Tat in einem Dilemma: Während seine Volkswirtschaft zwar einer der wenigen "Lichtblicke" in Europa ist, ist das britische Pfund sehr hoch bewertet, was Exporte in die Dollarzone (also auch in Länder, deren Währung an den Dollar gebunden ist) weniger wettbewerbsfähig macht.
*** Interessanterweise gehört nun auch Indonesien zum Club derjenigen, die den Dollar klein reden. Die brasilianische Zentralbank unternahm hingegen einen Schritt in die andere Richtung:
Sie hat von finanziellen Institutionen einen ungenannten Dollar-Betrag gekauft, für maximal 2,715 Real pro Dollar.
Die Brasilianer teilten am 24. November mit, dass sie bis Juni 2005 2,4 Milliarden Dollar kaufen möchten, um auslaufende Schulden bezahlen und die internationalen Reserven auffüllen zu können.
Mit herzlichem Gruß
Ihr
J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group