Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Derivate
vom
Herzlich Willkommen zum 4.Teil der Einsteiger-Serie "Die Options-Griechen". In der letzten Ausgabe vor 2 Wochen haben wir uns angesehen, wie man anhand des Deltas ermittelt, ob sich eine Option itm, otm oder atm befindet.
Zum Schluss hatte ich Ihnen geschrieben, dass itm-Optionen mit ihrem hohen Delta den "sichersten" Gewinn einbringen. Wie das zu verstehen ist, werde ich im Laufe der nächsten Ausgaben erläutern und zwar indem wir anhand eines Beispiels Vergleiche anstellen.
Heute sehen wir uns das erste Beispiel mit einem hohen Delta (also einer itm-Option) an:
Wir nehmen an:
Der Basiswert sei Aktie A.
Der Strikepreis liegt bei 50 Euro.
Das Bezugsverhältnis liegt bei 1:1.
Die Restlaufzeit der Option beträgt noch 2 Monate.
Der Preis der Option beträgt 12,20 Euro.
Da der aktuelle Kurs der Aktie A bereits auf 62 Euro angestiegen ist.
Es handelt sich um einen Call.
Sie sehen also, die Option liegt bereits tief im Geld, deshalb nehme ich in diesem Beispiel nun ein hohes Delta von 0,8 an.
So viel zu den Eckdaten. Jetzt stellt sich die Frage was passiert, wenn der Kurs der Aktie A weiter steigt.
Also, der Kurs der Aktie A steigt nun auf 63 Euro.
Damit hätten Sie mit dem Kauf des Basiswerts bei 62 Euro einen prozentualen Gewinn von 1,61 % erzielt.
So weit so gut, aber wie verhält sich nun die Option?! Nun bei einem Delta von 0,8 steigt der Wert/Preis der Option (gemäß dem Delta) um 0,80 Euro (der Basiswert ist um 1 Einheit gestiegen → 0,8 x 1).
Die Option ist also auf 13 Euro gestiegen.
Und damit haben Sie einen prozentualen Gewinn von 6,55% erzielt.
Die Wertentwicklung ist also, so soll es ja auch sein, besser als beim reinen Kauf der Aktie.
Aber wie verhält es sich, wenn man statt einer itm-Option, eine atm- oder otm-Option gekauft hätte? Dazu in der kommenden Ausgabe mehr....
Im 2.Teil geht's heute mit den Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Double Diagonal Spread weiter, was uns dort zum Long Strangle führt.