Die Österreichische Schule zur Inflation
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 15. Juli 2010, 20:00 Uhr
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WICHTIG ist aber: es geht um die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge!!
Tatsächlich dürfte beispielsweise eine Ausweitung der Gold- und Silbermenge, aufgrund der Absorption in der industriellen Verwendung, eher den Wohlstand einer Gesellschaft anheben, während eine Ausweitung der ungedeckten Papiergeldmenge nach David Hume keinen Einfluss auf den Wohlstand einer Gesellschaft hat sondern nur das Preisniveau anhebt.
Stichwort Seigniorage:
Um noch einmal darauf zurückzukommen, warum von Hayek sich wundert, dass sich die Menschen mit der Macht des Geldes von den Regierungen ausnutzen lassen...
Als Seigniorage, oder Inflationssteuer bezeichnet man, den aus der Geldmengenausweitung resultierenden Profit für die Regierungen. (ist historisch sehr gut begründbar: wenn der Fürst nämlich wiederholt die Münzen einzieht um sie mit niedrigerem Metallgehalt wieder in den Umlauf zu schicken.)
Unterscheidung zwischen Teuerung und Inflation
Wichtig ist für die Österreicher auch die Unterscheidung zwischen Inflation und Teuerung. Während wir seit Milton Friedman und den Monetaristen beide Begriffe mittlerweile vermischen und als Synonyme füreinander verwenden, ist für die Österreicher klar:
Inflation entsteht aufgrund der Ausweitung der ungedeckten Geldmenge, also wegen der fortschreitenden Entwertung. Teuerung dagegen, also die Anhebung des Preisniveaus entsteht erst als Folge der Inflation.
Und noch einmal Staatsverschuldung
Im ersten Teil habe ich schon davon gesprochen, dass sich Keynes und von Hayek in diesem Punkt ganz und gar nicht grün waren. Während Keynes ein Defizit in Kauf nimmt, verweist von Hayek aufs Sparen. Warum?
Deutlich wird von Hayeks Position in einem Artikel aus der New York Times aus dem Jahre 1982: von Hayek weist daraufhin, dass in seinen Augen die Staatsverschuldung wichtigster Motor für die Inflation sei. Aus einem einfachen Grund: denn das Drucken von Papiergeld, sei für den Staat der einfachste Weg der Entschuldung!
So long liebe Leser...so viel einmal zur Wiener Schule....am Montag wollen wir uns dann noch mit dem Monetarismus beschäftigen und morgen gibt's wie gewohnt an dieser Stelle den Wochenrückblick...bis morgen und noch einen schönen Sommerabend, wünscht
Ihre Miriam Kraus
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Holger Lamberts (16.07. 2010 13:25 Uhr):
Sehr geehrte Frau Krauss, warum geben Sie der österreichischen Wirtschaftswissenschaft so große Aufmerksamkeit ? In Österreich konnte seit Kaisers Zeiten über Marx und Engles und bis zum "Anschluß" an die EU von einer monopolistischen (sozial genannten) Marktwirtschaft ausgegangen werden. Im kleinen Österreich waren immer alle Märkte kontrollierbar und privilegiert so, dass alle wissenschaftlichen Beiträge wie auch die von Karl Marx nur vor diesem realen, monopolistischen Hintergrund zu verstehen sind. Theoretische Beiträge zur freien Marktwirschaft finden Sie aber gleich nebenan in München ! Ich schreibe das bitte aus meinem Österreich, in dem ich über 40 Jahre als Kaufmann erfolgreich war. Schaun sie mal, was die Bayern Ludwig Erhard nach dem 2.Weltkrieg oder Edmund Steuber nach der Ostöffnung gemacht haben, um die höchsten Beschätigungszahlen ganz Europas zu erzielen. Ich denke, das darf man auch im Rheinland anerkennen und erwähnen. Ich selbst bin auch kein Bayer sondern komme aus Meklenburg und denke dass Lokalpatriotismuss wirklch das letze wäre, was wir jetzt noch brauchen ! Schließlich sind die Politiker jetzt auf Urlaub, so dass die Wirtschaft etwas aufatmen kann. H.L.
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