Die neuen Pläne von George W. Bush
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 08. Januar 2003 18:00 Uhr
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Die Bush-Familie muss Rezessionen so hassen, wie andere das Böse oder das Finanzamt hassen. Wegen einer Rezession verlor Vater Bush Anfang der 1990er die Wahlen. Der jüngere Bush setzt alles daran, dass ihm nicht das gleiche Schicksal bevorsteht.
Deshalb hat George W. Bush jetzt dieses riesige Programm von fiskalischen Impulsen vorgeschlagen. Bereits jetzt "haben die Änderungen der Fiskalpolitik eine Stimulanz der Wirtschaft in Höhe von 4 % des Bruttosozialprodukts erreicht – das ist der größte Wert seit den Reagan-Jahren und dem Zweiten Weltkrieg", so Ökonom David Hale.
Aufmerksame Leser vom "Investors's Daily" mögen sich fragen, woher das Geld kommen soll.
Ich fühle mich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass George W. Bush versucht, die Fußstapfen seines Vaters zu vermeiden. Dafür tritt er in die Fußstapfen von Tomiichi Murayama.
Denn auch dieser Japaner versuchte mit fiskalischen Impulsen die Wirtschaft zu beleben. Und zwar mit jeder Menge fiskalischer Impulse. Zwischen 1993 und 1994 explodierten die japanischen Staatsausgaben um atemberaubende 59,6 %.
Der offensichtliche Effekt war das Schaffen von Arbeitsplätzen, was die Politiker an der Macht hielt. Der reale Effekt war, dass wertvolle Ressourcen vergeudet wurden, die der Wirtschaft zu einer realen Erholung hätten verhelfen können. Im Gegensatz zu den Amerikanern waren die Japaner immer gute Sparer. Sogar auf dem Höhepunkt der japanischen Spekulationsblase in der Mitte der 1980er fiel die Sparquote niemals unter 10 %. Dieses Geld repräsentierte reale Ressourcen, die zur Schaffung von neuen Produkten hätten genutzt werden können ... zur Einstellung von Arbeitern ... zur Erzielung von neuen Gewinnen. Stattdessen wurde ein Großteil dieser Ersparnisse dazu verwendet, öffentliche Projekte zu vollenden.
Wie bereits gestern berichtet, schrumpfte die japanische Wirtschaft trotz des größten fiskalischen Unterstützungsprogramms der Geschichte. Im Jahr 2000 war das japanische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nicht größer als 7 Jahre zuvor.
Jetzt schlägt die Bush-Administration vor, Geld, das die Amerikaner niemals gespart haben, für öffentliche Ausgabenprogramme auszugeben. Es geht um ein Volumen von 6 % des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes. Wo kommt dieses Geld her? Wie lange können sich die Amerikaner darauf verlassen, dass freundliche Ausländer ihre Defizite finanzieren werden? Wird es eines Tages soweit sein, dass diese Ausländer ihr Geld lieber selbst ausgeben wollen? Und was dann?
Vielleicht kann George W. Bush dann in die Fußstapfen eines anderen Mannes treten, der sich in eine vergleichbare Situation manövriert hatte – Carlos Menem. Der argentinische Präsident versucht es auch mit einem staatlichen Ausgabenprogramm ... ohne nationale Ersparnisse und ohne ausländische Kreditgeber. Das Ergebnis? Die argentinische Währung brach ein und hat immer noch keinen Boden gefunden. Der Verbraucherpreisindex steigt mit 41 % Jahresrate ... die Wirtschaft kollabiert um 10 % jährlich ... und jetzt ist es tatsächlich schon so weit, dass einige Leute verhungern müssen.