Die neuen Abenteuer von Tom Swift – Teil 2 von 2
Christopher Corbett in Traders Daily
vom 28. September 2007 12:00 Uhr
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Das Allgegenwärtigkeit des Tasers in den Nachrichten hat mich über das Geschäft mit Tom Swift nachdenken lassen. Es setzte sich über weite Teile des 20. Jahrhunderts mit unzähligen Bänden über Toms Abenteuer fort. Aber es scheint als obdie Verleger noch einmal einen Blick auf Tom und seine Kumpels werfen und der ganzen Sache noch weiteren Schwung geben sollten.
Damals, in den frühen Tagen, hatten die Bücher Titel wie:
Tom Swift und sein Zeppelin, oder: die aufwühlende Seereise der roten Wolke Tom Swift und sein U-Boot, oder: Unter dem Meer für versunkene Schätze
Tom Swift und sein elektrischer Sportwagen, oder: Das schnellste Auto auf der Straße.
Tom Swift und seine schnurlose Botschaft, oder: Die Verbannten auf der Erdbebeninsel 1911. Tom Swift in den Eishöhlen, oder: Das Wrack des Zeppelins.
Ein moderner, gebildeter Leser wäre nicht so naiv, denke ich: er oder sie würde Titel wie die Folgenden haben wollen:
Tom Swift und die Mission Guantanamo
Tom Swift und die Teufel von Abu Ghraib
Tom Swift, Polizeianwärter (Warren, Ohio Police Department)
Tom Swift geht auf das College (am liebsten an der University of Florida)
Tom Swift auf den Spuren des Osama bin Laden
Tom Swift auf der Straße nach Basra
In unserer Zeit müsste Tom Swift, der beliebte Held, ein Faschist sein.
Ich gehe davon aus, dass es eine beträchtliche Leserschaft da draußen gibt, die diese Art von „Unterhaltung“, basierend auf den bizarren aber enthusiastischen Reaktionen auf die jüngsten Zwischenfälle mit Elektroschockpistolen interessieren würde. Ich halte die Reaktionen auf diese grausamen Zwischenfälle für Verwirrung. Viele Amerikaner sind ganz begeistert über die Möglichkeit, mit einer Elektroschockpistole auf jemanden zu schießen, weil er bei einer öffentlichen Rede des einstigen Präsidentschaftskandidaten impertinente Fragen stellt. Viele Amerikaner scheinen sogar den Anblick eines übergewichtigen Robo-Cop zu genießen, der in Ohio eine betrunkene Frau mit einer Elektroschockpistole quält. Ich habe den Film auf einer Internetseite gesehen, die zeigte, dass Millionen diesen Film gesehen hatten.
Die lustvolle Begeisterung, die die Nation für den Taser (11.000 Polizeistellen haben diese bösen Jungs) und für brutale Gewalt zeigt, erinnert mich auch an das berühmte Experiment der Sozialpsychologie, das von Stanley Milgram, einem Psychologen in Yale durchgeführt wurde.
Milgrams Experiment in den sechziger Jahren – die sogenannte “Gefahr des Gehorsams” – demonstrierte, wie einfach es ist, die Mehrheit der Teilnehmer am Experiment dazu zu bringen, einem anderen Menschen das, was sie für Schmerz hielten, zuzufügen. Leute, die an dem Experiment teilnahmen waren – unwissend – diejenigen um die es wirklich ging. Sie dachten, sie würden die Schmerzzufuhr ausführen. Das taten sie aber nicht. Aber sie dachten, dass sie es täten, und vielen von ihnen machte es nichts aus, das zu tun. Sie haben oft fröhlich und bereitwillig ausgeführt, was sie für Elektroschocks an anderen Menschen halten mussten. Sie waren nur allzu bereit, die Befehle auszuführen. Eine Mehrheit derer, die teilnahmen, waren mit blindem Gehorsam einverstanden. Einigen von ihnen hat es sogar wirklich gefallen.
Sehr interessant.
Es ist auch interessante, dass der gesunde Tom Swift von einst ein unabhängiger Denker und ein neugieriger Geselle war, dessen Ziel es war, das Beste aus den jungen Lesern hervorzuholen. Doch heute erinnern wir uns nur noch wegen der Taser an ihn – wegen eines Hilfsmittels derer, die nicht unabhängig denken können, sondern blind Befehlen gehorchen.