Die neue Wirtschaft des „Durchsickerns"
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 12. Januar 2009, 12:00 Uhr
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Die ersten Verluste bei Toyota Motors zeigen, dass es nicht die amerikanischen Autohersteller sind, die auf der falschen Spur sind.
Im Zeitalter des Globalismus sind geringe Lohnkosten und eine günstige Währung der beste Wettbewerbsvorteil für eine Volkswirtschaft. Die längste Zeit ist es Japan gelungen, diesen Vorteil durch die eigene Währung zu beeinflussen... und um zu verhindern, dass der Rivale, der amerikanische Dollar, zu billig wird, haben sie Milliarden davon in den Devisenreserven der Bank of Japan eingelagert.
China verdankt sein Wachstum zwei Faktoren. Wahnsinnig billigen Löhnen (zumindest bislang) und der Anbindung des Yuan an den fallenden Dollar - dass der Dollar (und damit auch die chinesischen Löhne) billig blieben, hat man durch die Ansammlung der größten Devisenreserven der Welt sichergestellt.
Aber die Geldpolitik kann eine Ökonomie nur feinstimmen - deren stärkste Grundzutat die heimische Nachfrage ist. In Ländern, in denen die Bevölkerung entweder zu klein ist (Australien), oder zu alt (Japan), oder zu passiv (Europa) oder zu arm (China), als dass sie eine lebendige heimische Nachfrage im großen Stil aufbauen könnte, muss das wirtschaftliche Wachstum Huckepack von anderen Ökonomien importiert werden.
Seit Jahrzehnten mussten die Vereinigten Staaten schon den Motor der Welt für das Wachstum des Wohlstands darstellen.
Das Wirtschaftswachstum in Japan und Europa war davon abhängig, dass man direkt oder indirekt an die Amerikaner verkaufte, indem man Rohstoffe und Maschinen nach China verkaufte, die sie dann dazu verwendeten, Güter für die Yankees herzustellen.
Als Amerika aufgehört hat, zu kaufen, stand der weltweite Motor still. Chinas Wirtschaftswachstum kam zum Stillstand. Und Japan hat gerade einen Rückgang der Exportzahlen im November von 27 Prozent verglichen mit dem Vorjahr verbucht. Das war der stärkste Rückgang seit wir 1980 Zugang zu vergleichbaren Zahlen erhalten haben.
Verabschieden sie sich von der „Entkopplung".
Beim aktuellen politischen Klima ist der Nachrichtenbeitrag, dass Toyota Motor Corp, der größte Automobilhersteller der Welt, die ersten Verluste in 71 Jahren erwartet, von besonderem Interesse. Hervorgerufen wurde er durch einen Rückgang der Autoverkäufe in Nordamerika und Europa.
Was der Zweite Weltkrieg nicht erreichte, einen Rückgang der Entscheidungen zum Autokauf durch die Mittelschicht in Amerika, wurde so in wenigen Monaten erreicht.
Doch glaubt man der liberalen Rhetorik, dann stecken die amerikanischen Automobilhersteller in Schwierigkeiten, weil sie, anders als Toyota, nicht genug effiziente Fahrzeuge auf den Markt gebracht haben. Doch Toyota bricht genauso ein wie Ford, Chrysler oder General Motors.
Kredite, mit denen dafür gesorgt werden soll, dass die amerikanischen Arbeiter weiter Autos bauen können und dass die Hypotheken für die überteuerten Billig-Häuer billiger werden, sind der jüngste „Trickle-Down"-Wahn der Wirtschaft. Sie werden kein bisschen dazu beitragen, dass das Kernproblem der Amerikaner, und damit der Weltwirtschaft, korrigiert wird.
Eine Verbraucherwirtschaft funktioniert nur, wenn sich die Verbraucher gut fühlen, während sie Geld ausgeben. Die Politik kann sie nicht dazu bringen, das zu tun. Die Auswirkungen der Geldpolitik sickern in lächerlichen Zuwächse durch.
Sie haben über Bernanke und seine Metapher, Geld von Hubschraubern werfen zu wollen, um dafür zu sorgen, dass die Amerikaner weiter Geld ausgeben, gelacht.
In einigen Wochen wird es keine andere Wahl mehr geben, als die Motoren vorzuwärmen... es sei dann, man ist bereit für eine faschistische Planwirtschaft, als die Lebensqualität, die davon unvermeidlich hervorgerufen wird.