Die neue Stärke des Schweizer Franken
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 03. Juli 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
bereits in der vergangenen Woche schrieb ich Ihnen am Dienstag, dass die Situation im Schweizer Franken und beim japanischen Yen interessant werden könnte. Während der Yen weiter relativ schwach blieb, zeigte aber der Schweizer Franken zuletzt deutlich, was er als sicherer Hafen zu bieten haben kann.
Insgesamt konnten wir in den vergangenen Wochen eine Abkehr institutioneller Anleger von risikoreicheren Anlageformen erkennen. Davon profitierte nicht zuletzt der Schweizer Franken gegenüber nahezu allen Währungen und zerlegte dabei einige kurzfristige Trends.
Erneut möchte ich Ihnen heute den durchschnittlichen saisonalen Verlauf des Schweizer Franken zeigen. Die saisonale Stärke Ende Juni hat sich bisher bestätigt (rote Linie):
Nun könnte man sich allerdings fragen, welcher weitere Verlauf setzt sich in den nächsten Wochen durch - der langjährige Durchschnitt (blau) oder der Durchschnittsverlauf eines typischen Vorwahljahres (schwarz)? Hier wird viel davon abhängen, wie es einerseits an den Aktienmärkten weitergeht (erste zarte Anzeichen eines Anlaufs auf neue Hochs sind zu erkennen). Andererseits sollte man natürlich weiter genau beobachten, wie sich die Schwierigkeiten am amerikanischen Fremdfinanzierungsmarkt entwickeln.
Trendbruch in EUR/CHF
Gestern hat sich meine Vermutung der vergangenen Woche bewahrheitet, dass der kurzfristige Trend bei EUR/CHF in Gefahr sein könnte. Hier haben sich sicher einige Marktteilnehmer blaue Flecken geholt, die auf eine Fortsetzung des Trends spekuliert haben.
Gleichzeitig erkennen wir aber auch, dass bereits bei 1,6460 und 1,6420 gute Unterstützungen liegen. Damit ist eine Gegenbewegung zumindest bis 1,6540 und damit an die Unterkante des gebrochenen Trends kurzfristig wahrscheinlich. Ich halte eine Seitwärtsbewegung in den nächsten Wochen zwischen 1,6420 und 1,6540 für sehr wahrscheinlich, bevor sich dann in einem möglicherweise auch an den Aktienmärkten stürmischeren Spätsommer ein neuer Abwärtstrend entwickelt.
Flucht aus dem US-Dollar
In den vergangenen Tagen zeigte der US-Dollar nicht nur gegenüber dem Euro deutliche Schwäche, im USD/CHF wirkte sich dies noch gravierender aus:
Der kurzfristige Aufwärtstrend wurde mit Vehemenz gebrochen, die vorhergehende Bewegung hat sich als Fehlausbruch nach oben erwiesen. Doch auch hier lauern nun gute Unterstützungen, so dass eine weitere Bewegung mit dieser Stärke nicht zu erwarten ist. Die wichtigste Unterstützung liegt bei 1,20, sie sollte vorerst halten. Ein Abgleiten unter diese Linie (möglicherweise verbunden mit einem Ausbruch von EUR/USD über die Allzeithochs) halte ich in den nächsten Monaten durchaus für möglich.
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