Die Nachrichten werden langsam besser, aber die Kurse sinken!
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 22. Juni 2009, 17:00 Uhr
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hoffentlich hatten Sie ein angenehmes Wochenende, denn die vor uns liegende Woche verspricht volatiler als die eher langweiligen Mai-Wochen zu werden, in denen man schon mal am (Börsen) Steuer einschlafen konnte. Einen ersten Vorgeschmack brachten die letzten Handelstage, in denen es an praktisch allen Börsenplätzen seit längerer Zeit mal wieder nach Süden ging.Der DAX z.B. verlor in der vergangenen Woche 4 %, der SDAX knapp 6 % und nur den US-Indizes erging es etwas besser.
Wie Sie vergangenen Montag bereits bemerkt haben, bin ich aus verschiedenen Gründen derzeit sehr vorsichtig an den Märkten unterwegs. Vor allem die stark überkaufte Lage in praktisch allen Börsensektoren gemäss des von mir verwendeten Bullish Percent Konzept" mahnt zur Vorsicht. Aber auch einige traditionelle Systeme, wie z.B. die Messung von Divergenzen im RSI und auch das Histogramm des Macd-Indikators, mahnen zur Zurückhaltung. Außerdem haben sich einige technische Komponenten in den Märkten stark eingetrübt. Z.B. sind einige wichtige Indizes an der bedeutenden 200-Tage-Linie gescheitert und unterhalb ihrer 20-Tage-Linien gefallen. Dies soll keine Crashwarnung oder ähnlicher Quatsch sein. Ich will Sie nur dafür sensibilisieren, dass es vollkommen normal ist, dass Märkte zwischen überkauften und überverkauften Zuständen pendeln. Auf feste Börsenphasen müssen zwangsläufig schwächere Zeiten folgen, um wieder neue Käufer anzulocken.
iFo-Index steigt und die Kurse sinken
Der Börsenhandel ist ein schwieriges Geschäft, dies zeigte sich zum heutigen Wochenauftakt. Während die Kursen um durchschnittlich 1,5 % abgaben, verbesserte sich der IFO-Index sogar etwas stärker als ohnehin schon erwartet. Verkehrte Welt? Nein, ganz und gar nicht, denn an der Börse wird die Zukunft und nicht die Vergangenheit gehandelt. Immerhin hat bereits die Spekulation auf eine konjunkturelle Bodenbildung die internationalen Indizes binnen drei Monaten um etwa 35 % anspringen lassen. Die Verbesserung des IfO-Index kann also keinen weiteren Bullen mehr auf die Koppel treiben - und das ist es, was an der Börse zählt! Gemäß der offiziellen Meldung hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Juni zum dritten Mal in Folge aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von revidiert 84,3 Punkten im Vormonat auf 85,9 Punkte, teilte das ifo Institut am Montag in München mit. Befragte Volkswirte hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, diesen aber etwas schwächer bei 85,1 Punkten erwartet. Die Unternehmen schätzten die künftige Entwicklung erneut optimistischer ein, die aktuelle Lage wurde jedoch erneut schlechter als im Vormonat gesehen. "Die Befragungsergebnisse untermauern, dass sich die deutsche Wirtschaft allmählich stabilisiert", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Auch heute wurde wieder deutlich, dass Erwartungsumfragen Börsianern keinen Mehrwert bieten, da diese die Vergangenheit reflektieren.
Konsumausgaben im Blick
Viel interessanter hingegen werden die Daten, die am kommenden Freitag in den USA veröffentlicht werden und den privaten Konsum sowie die persönlichen Einnahmen der Amerikaner betreffen. Natürlich sind auch diese Daten vergangenheitsorientiert, aber sie geben uns einen Einblick in das Verhalten der amerikanischen Konsumenten. Nach Ansicht vieler Experten entscheiden die US-Konsumenten mit ihrem Verhalten über das Ende der Krise. Seit drei Monaten könnte der Konsum von Gebrauchsgütern im Monatsvergleich erstmals wieder angestiegen sein, meinen einige Analysten, z.B diejenigen der DekaBank.
Speziell am Konsumverhalten und an der Änderung der Sparquote erkennt man die Krisensensitivität der Bevölkerung. Leider aber auch die Schizophrenität einiger Marktbeobachter. Denn ich kenne einige Analysten, die gleichzeitig über die Verschuldung der Amerikaner jammern, aber auch voller Sehnsucht auf deren Kaufwut warten.
Apropos Konsum. Am kommenden Donnerstag veröffentlicht der SDAX-Konzern Gerry Weber seine Quartalszahlen. Heute bereits gibt es Neuerungen in der Indexzusammenstellung des SDAX. Der Finanzvertrieb OVB und Tipp 24 steigen für Escada und Vivacon auf.
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