Die Medienschau im Insider Daily: Ford, Apple und Yahoo
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 22. Oktober 2008, 10:00 Uhr
ENL5454
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
bevor morgen die Berichtssaison zum dritten Geschäftsquartal in Deutschland beginnt, und wir hierzulande wieder einiges zu berichten" bekommen, kann ich Ihnen heute in unserer Medienschau zunächst noch einmal einige interessante News und Unternehmenszahlen aus den USA präsentieren. Denn hier hat es gestern und heute ordentlich gerappelt im Karton.
Ford: Großaktionär flüchtet aus Beteiligung
Weniger schöne Nachrichten kamen unter anderem vom Krisen geschüttelten US-Autobauer Ford. Wie gestern in der Presse bekannt wurde, hat der US-Multimilliardär Kirk Kerkorian seine Beteiligung an der Nummer zwei der US-amerikanischen Autobauer auf knapp über 6 Prozent verringert. Kerkorians private Holding Tracinda habe bereits am Montag ein Paket mit 7,3 Mio. Ford-Aktien zum Durchschnittspreis von 2,43 US-Dollar je Aktie über die Börse veräußert.
Und das soll auch nicht alles gewesen sein. Wie Tracinda am Dienstag geäußert haben soll, will man die Beteiligung an Ford auch weiter reduzieren. Auch der Verkauf der verbliebenen 133,5 Millionen Ford-Papiere sei - je nach Lage der Finanzmärkte - möglich. Tracinda wolle sich künftig auf die Branchen Glücksspiel/Hotellerie sowie Öl und Gas konzentrieren, hieß es zur Begründung.
Für den 90-jährigen Investor Kerkorian ist diese Ford-Beteiligung ein echt herbes Verlustgeschäft: Mitte Juni hatte er seine Ford-Anteile noch zu 8,50 Dollar je Aktie angedient bekommen.
Apple präsentiert Zahlen: Ergebnis hui - Ausblick pfui?
Gemischte Gefühle dürften die Quartalszahlen von Technologiekonzern Apple hervorgerufen haben. Denn dank der florierenden Nachfrage nach dem neuen iPhone konnte der US-Unterhaltungskonzern zwar einen Gewinnsprung verbuchen, musste jedoch beim Ausblick Zurückhaltung zeigen. Davon konnten und wollten sich die Anleger gestern an der Wall Street gestern aber nicht beirren lassen: Die Apple-Aktie schoss nachbörslich um mehr als 10 Prozent in die Höhe.
Der Konzerngewinn von Apple kletterte im vergangenen Quartal um mehr als ein Viertel auf 1,14 Mrd. Dollar und fiel damit gut 13 Prozent höher aus als von Branchenexperten im Schnitt erwartet. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 7,9 Mrd. Dollar und blieb im Gegensatz zum Gewinn etwas hinter den Erwartungen zurück.
Am iPhone kann das eher weniger gelegen haben, denn von dem neuerdings UMTS-fähigen Mobiltelefon konnten im vergangenen Vierteljahr fast 7 Mio. Stück, das ist das sechsfache des Vorquartals. Auch Konzernchef Steve Jobs hält die iPhone-Nachfrage für "bemerkenswert". Zugleich gab er sich optimistisch, dass die treuen Kunden dem Konzern auch bei einer Wirtschaftsflaute nicht den Rücken kehren werden.
Dennoch lieferte der Konzernchef einen zurückhaltenden Ausblick. Für das laufende Vierteljahr prognostiziert Apple einen Gewinn je Aktie von 1,06 bis 1,35 Dollar und Umsatzerlöse von 9 bis 10 Mrd. Dollar. Dieser Ausblick blieb deutlich hinter den Erwartungen von Analysten zurück, die im Schnitt einen Gewinn von 1,69 Dollar je Anteilsschein und Umsätze von 10,7 Mrd. Dollar erwarten. Branchenkenner zeigten sich jedoch überzeugt, dass Apple in gewohnter Manier besonders niedrige Prognosen nennt, um sie danach leicht übertreffen zu können. Wollen wir hoffen, dass das auch diesmal so wird.
Yahoo: Gewinneinbruch - Stellenabbau
Ein weitaus enttäuschenderes Ergebnis musste der amerikanische Internetkonzern Yahoo gestern seinen Aktionären präsentieren. Nach einem Gewinneinbruch um rund zwei Drittel auf 54,3 Mio. Dollar sieht sich der Konzern gezwungen, mindestens 1.500 seiner insgesamt 15.000 Mitarbeiter zu entlassen. Der Umsatz stieg indes um ein Prozent auf 1,79 Milliarden Dollar. Der Konzern bekam schmerzhaft zu spüren, dass viele Firmen angesichts der Wirtschaftsflaute ihre Werbebudgets zusammenstreichen - und zwar nicht nur in den Vereinigten Staaten , sondern auch in Europa und Asien.
Und so wundert es natürlich nicht, dass Yahoo ankündigte, dass der Spezialist für Internet-Werbung, falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert, in 2009 noch weitere Stellen streichen wird, um die Kosten zu drücken. Besonders in Ländern mit hohen Lohnkosten sollen Arbeitsplätze wegfallen - dagegen stellt der Konzern in Osteuropa, Indien und Südostasien fleißig Mitarbeiter ein.
Doch die Börsianer zeigten sich durchaus erleichtert, dass Yahoo nicht wie befürchtet noch stärker von der Wirtschaftsflaute erfasst wurde. Deshalb kletterte die Aktie des Unternehmens nachbörslich um 8 Prozent. Am Jahresende erwartet der Konzern keine Trendwende und stutzte deshalb seine Geschäftsprognosen. Für das vierte Quartal prognostiziert Yahoo Umsatzerlöse zwischen 1,773 und 1,973 Mrd. Dollar und damit maximal einen geringen Anstieg zum Vorjahr.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch.
Ihre
Cindy Bach
ähnliche Beiträge:
- Insider Daily-Medienschau: Apple und Yahoo
- Insider Daily-Medienschau: Apple, Goldman Sachs & Yahoo
- Insider Daily-Medienschau: Ford und Deutsche Bank
- Das sollten Sie wissen – die Medienschau im Insider Daily
- Insider Daily-Medienschau: Hochtief und Bilfinger Berger
- Insider Daily-Medienschau: Hypo Real Estate und Hannover Rück
- Insider Daily-Medienschau: Berkshire Hathaway und Dt. Telekom
- Medienschau: Apple, Starbucks, AMD und Schaeffler