Die Markt-Interna bleiben vorerst stabil
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily
vom 30. Januar 2012, 17:00 Uhr
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Weder die etwas enttäuschenden Wachstumsdaten des US-BIP noch die Erwartungen und Hoffnungen an den EU-Gipfel brachten größere Dynamik in eines der Lager. Auch wenn am heutigen Montag die Bären im Vorteil zu sein scheinen, und sowohl Indizes als auch Indikatoren etwas nachgeben, hat sich noch nicht sehr viel getan. Dies erkennen Sie kurzfristig sehr gut am 10-Wochen-Indikator. Dieser verfolgt den Prozentsatz der Aktien an der NYSE, die oberhalb ihrer wichtigen 50-Tage-Linie handeln, wobei 50 Handelstage natürlich 10 Wochen oder etwa einem Quartal entsprechen.
Quelle: stockcharts.com
Auch wenn der heutige und bisher schwache Tag hier noch nicht enthalten ist, fällt doch auf, dass der leichte Dynamikverlust der Indizes sich bisher kaum in diesem Indikator niederschlägt. Ganz im Gegenteil hat die aktuelle positive X-Spalte sogar das Kunststück voll bracht, die negative Begrenzungslinie von unten zu durchschlagen. Trotzdem sollten Sie aber beachten, dass der Indikator tief in seine überhitzte Zone vorgedrungen ist. Oberhalb von 70 % erreicht der Markt einen Zustand, der als zyklisch überkauft und empfänglich für Gewinnmitnahmen gilt. Selten kann sich der Indikator längere Zeit auf diesem Niveau halten. Ein systematisches Verkaufssignal entsteht aber erst, wenn der Indikator in eine negative 0-Spalte wechselt und unter die 70-Prozent-Schwelle kippt. Davon sind wir noch ein ordentliches Stück entfernt, weshalb ich keinen Grund sehe, frühzeitig Positionen aufzulösen.
NYSE BPI bleibt in positiver Ausprägung
Auch der hier von mir verfolgte wichtigste Risiko-Indikator des inneren Marktes deutet nach wie vor auf das Bullenlager und zeigt bisher keine Irritation. Auch dieser Indikator hat mit seiner aktuellen X-Spalte von unten die negative Widerstandslinie geknackt. Es fließt weiterhin Kapital in den breiten Markt. Dies ist positiv für das Bullenlager, da die Mehrheit der Aktien und Sektoren nach oben gespült wird. Es handelt sich also nicht nur um wenige Schwergewichte wie Apple oder Google, die die Indizes nach oben treiben.
Quelle: stockchrts.com
Nur zur Erinnerung:
Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien ausgewertet und gezählt werden, wieviele von ihnen sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert und auf 100 Prozent bezogen.
Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Verkaufsignal in ein Point & Figure Kaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital in den Markt stömt. Und natürlich umgekehrt.
Damit bleibt noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelzufluss oder Kapitalabzug relevant ist. Denn man möchte sich ja als Anleger nicht bei jeder kleinen Kursbewegung erneut die Frage stellen, wie nun vorzugehen ist und ob sich ein neuer wichtiger Trend etablieren könnte. Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen steigt oder fällt, findet ein Wechsel in eine neue X- oder O-Spalte statt. Deswegen stehen in einer Spalte auch entweder nur X oder 0. Entweder sind die Bullen oder die Bären eindeutig im Vorteil in einer bestimmten Marktphase und entsprechend sollten Sie agieren.
Wie gesagt, noch hat sich nicht sehr viel zu Gunsten des Bärenlagers verschoben. Aber man sollte natürlich wie immer wachsam sein, da jede größere Korrektur von kleinen Bewegungen und Gewinnmitnahmen eingeleitet wird.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl

