Die Märkte zum Wochenbeginn (Überblick)
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 17. August 2009, 16:00 Uhr
ENL5454
bis zum Wochenende erhielt ich immernoch sehr gute Vorschläge und Anregungen für mein Börsendienstkonzept. Ich möchte daher heute allen von Ihnen, die mir hierzu schrieben und Ihre Anregungen mitteilten, herzlich danken! Nicht nur für die guten Ideen, sondern auch dafür, dass Sie diese überhaupt mit mir teilten. Je mehr ich aus erster Hand weiß, was Ihnen als Anleger besonders wichtig ist, desto besser kann ich solch ein Konzept auf Sie zuschneiden.
Bevor ich zur heutigen technischen Marktanalyse komme, möchte ich Ihnen noch eine kurze Medien-Empfehlung geben:
Das investigative ARD-Magazin "Monitor" berichtete am 13.08.2009 wieder einmal auf interessante Weise in einem sehenswerten Kurz-Beitrag über die, um es höflich zu formulieren, übel riechenden Vorkommnisse im Zusammenhang mit der "Hypo Real Estate"-Rettung.
Auch dieser Bericht zeigt wieder einmal das, was ich Ihnen schon seit Wochen zum Thema "Bankenlobby" schreibe: Dem wuchernden Krebs wird weltweit nachgegeben (anstatt ihn endlich einmal zum Wohl nahezu aller Menschen in seine Schranken zu weisen). Dadurch soll die Lage sich bessern? In dem Beitrag sieht man wieder einmal auf vortreffliche Weise, wer wirklich die Zügel in diesem "demokratischen" Land in der Hand hält, wenn es um wichtige Dinge geht. Wieder einmal ein Augenöffner, den ich Ihnen angesichts der anstehenden Bundestagswahl nur wärmstens empfehlen kann...
Doch nicht nur bei der HRE-Geschichte geht es "lustig" zu:
Jeder von Ihnen, der einmal George Orwells Buch "1984" gelesen hat, dürfte ja sicherlich mit dem Begriff "Newspeak" (dt. "Neusprech") vertraut sein. Hier stieß ich kürzlich auf ein sehr interessantes Beispiel. Um wohl zukünftigen Zorn bei den Bürgern darüber zu dämpfen, dass man wieder einmal ein paar bonusgeilen Pleitebankern Steuergelder als Geschenk hinterherwirft, hat sich irgendein "schlaues Köpfchen" anscheinend überlegt, diese Zahlung nicht mehr Bonus zu nennen, sondern ganz in bester orwellianischer Manier "Bleibeprämie".
Bei solch einer sprachlichen Kreativität muss ich mich als Linguist einfach ehrfurchtsvoll verbeugen. "Bleibeprämie"... Was wohl als nächstes kommt? Ich hätte da übrigens einen ganz eigenen Vorschlag: Wie wäre es mit der dringend fälligen Umbennenung des allseits unbeliebten Finanzamts? Wenn ich mir ansehe, was heutzutage mit Steuergeldern gemacht wird und wem sie gezielt hinterhergeworfen werden, wäre mein persönlicher Vorschlag "Gesellschaftliche Wohlfahrtskasse".
Aber bestimmt haben Sie eine bessere Idee? Wäre doch gelacht, wenn Sie das nicht besser könnten als ich! Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören, und veröffentliche (natürlich anonym) die besten zehn Einsendungen die nächsten Tage hier bei Investoren Wissen.
Ich bin gespannt auf Ihre Ideen. Lassen Sie uns den armen Finanzbeamten etwas Gutes tun. Nehmen wir doch die begriffliche Negativität von dieser armen Behörde und machen daraus einen verbalen Hort der Freude! Sind Sie dabei? Ich freue mich auf Ihre Zuschrift!
Beste Grüße und einen guten Start in die Woche
Alexander Hahn
Passend zu den o.g. Vorgängen der heutige Satz aus einer Zeit, in der man finanzielle Dinge in Deutschland wohl ein wenig anders anzugehen pflegte... Solch ein klarer und verantwortungsbewusster Ausspruch dürfte bei der heutigen staatlichen Ausplünderungs- und Beschenkungskultur zugunsten der jeweiligen Lobbygrüppchen in der BRD wohl kaum noch denkbar sein...
Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staat teilen muss.
Friedrich II, der Große (1712-1786), König von Preußen
KURZÜBERBLICK ÜBER DIE MÄRKTE
Die vergangenen Wochen waren durch einen Aufwärtstrend an den Aktienmärkten gekennzeichnet, der in seinem Ausmaß sicherlich einige Anleger überrascht haben dürfte. Die US-Aktienmärkte (als Taktgeber des weltweiten Börsengeschehens) sind, gemessen an meinem auf der "Point & Figure"-Methodik basierenden Marktmodell, wirklich sehr stark überkauft und einige Indikatoren haben nahezu schon fast historische Hochstände erreicht.
Dennoch bedeutet das nicht, dass die Aktienmärkte nun sofort fallen müssen. Märkte können sehr lange überkauft sein, bevor sich etwas tut (besonders, wenn von interessierter Seite etwas "nachgeholfen" wird, wie wir es die letzten Monate immer mal wieder sehen konnten).
Erfahren Sie heute im nächsten Artikel mehr, wie es um die amerikanischen Marktinterna, Dow Jones, S&P 500 und den DAX aktuell aus technischer Sicht steht.