Die Märkte zum Wochenbeginn
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 15. März 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
auch in der letzten Handelswoche stiegen die US-Märkte (repräsentiert durch den Leitindex S&P 500) weiter an. Seit den Februartiefs ging es damit um ca. 10% aufwärts. Diese sehr schnelle Bewegung macht sich im Tages-RSI bemerkbar, welcher aktuell kurz vor der roten Zone bei 69,79 Punkten notiert. Gleichzeitig hat der S&P 500 sein 52-Wochen-Hoch erreicht, welches zumindest kurzfristig als Widerstand fungieren sollte.
Abb.: Tageschart des S&P 500
Aus Sicht des Gesamtmarkts bietet es sich deshalb an, Longpositionen erst in einer kleineren Schwächephase aufzubauen.
Im folgenden Chart sehen Sie den S&P 500 von Juni 2009 bis heute. Rot markiert sind die Zonen, in denen der RSI über der Marke von 65 Punkten notierte. Sehr auffällig ist, dass nach jeder roten Phase es zu mehr oder weniger großen Rücksetzern kam, in welchen der Index einen Teil seiner Gewinne wieder abgab.
Abb.: Tageschart des S&P 500
Selbstverständlich gab es aber immer auch längere Phasen, in denen die Märkte trotz Überkauftheit (RSI über 65) weiter anstiegen (so zum Beispiel auch im Jahr 1996). In der zweiten Jahreshälfte gab es für die Aktienmärkte kein Halten mehr. Der S&P 500 stieg von September bis Dezember um 17% an, allen Überkauftheitsindikatoren zum Trotz.
Abb.: Historischer Tageschart des S&P 500
Fakt ist jedoch, das innerhalb eines Bullenmarktes (oder einer größeren Bärenmarktrallye) vor allem in Schwächephasen gekauft werden sollte, weil man ansonsten Gefahr läuft, mit seinen Longpositionen bei einer kleineren Korrektur sofort ins Minus zu laufen.
Abb.: P&F Chart des Nasdaq Composite BP Index
Auch der Volatilitätsindex VIX zeigt momentan keinerlei Lebenszeichen und dümpelt lustlos vor sich hin.
Abb.: Tageschart des Volatilitätsindex VIX
Laut dem CFTC Commitment of Traders Report sind letzte Woche die Netto-Shortpositionen auf den Euro auf ein neues Rekordhoch geklettert. Aus charttechnischer Sicht konnte der Euro seine Konsolidierungszone zwischen 1,37 und 1,35 nach oben verlassen und setzt zu einer kleinen Korrektur innerhalb des mittelfristigen Abwärtstrends an. Ob es der Euro jedoch noch einmal bis auf Höhe seiner 200-Tage-Linie schafft, wage ich zu bezweifeln. Die nächsten Wochen dürften für die europäische Gemeinschaftswährung richtungsweisend sein.
Abb.: Tageschart EUR/USD-Wechselkurs
Denken Sie daran, dass bei einer Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar nahezu alle importierten Rohstoffe und sehr viele Produkte teurer werden. Über kurz oder lang werden wir Verbraucher das im Geldbeutel zu spüren bekommen. Neben Gold und Silber bietet es sich deshalb an, mittels verschiendener Währungskonten die Barbestände ein wenig zu diversifizieren. Grundsätzlich interessant wären hier aus meiner Sicht tendentiell fundamental stärkere Währungen wie z.B. der CHF oder der kanadische Dollar. Diese gehören zu den Einäugigen im Reich des "blinden Papiergelds".
Bei allen Absicherungenplänen würde ich allerdings generell mit den physischen Edelmetallen beginnen. Wie Sie hier den Kauf timen können, schrieb ich Ihnen ja erst letzte Woche...
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Dr Papp Ernoene Ungarn (15.03. 2010 16:51 Uhr):
Sehr geehrter Herr Hahn! Vielen Dank für Ihren wie immer sehr nützlichen Beitrag. Eine kleine Ergänzung möchte ich noch hinzufügen, u. zw. zu den von Ihnen empfohlenen zwei Währungen. Vor einigen Wochen kam ich ebenfalls zu diesem Ergebnis wie Sie. Dass man Fremdwährungskonten einrichten sollte, als Schutz von einem Euro-Verfall. Ich habe deshalb den Rat von einigen Wirtschafswissenschaftler, usw. gelesen. Damit ich die richtige Entscheidung bezüglich den Währungen treffen sollte. Und als gemeinsame Nenner kamen folgende Währungen heraus: CAD, AUD , SGD, NZD, NOK. Alle Fachleute haben ausserdem dazu geraten, die Währungen geografisch zu streuen. Interessant war dabei, dass fast niemand CHF empfahl. Habe trotzdem auch ich einen Teil meines Euros nun in CHF. Vielleich könnten Sie mal auch andere Währungen zwecks geographischen Streuung des Risikos empfehlen. Denn Ihre Analysen sind wie immer sehr akkurat, prezise. Vielen Dank. Mit freundlichen Grüßen:
Antworten- Antwort von Alexander Hahn (16.03. 2010 00:43 Uhr):
Sehr geehrte Frau Dr. Papp, so 'toll' finde ich den CHF auch nicht, was die fundamentale Seite angeht, aber er genießt vielerorts immernoch den Status einer 'Fluchtwährung', so dass im Panikfall oder im Falle weiteren Verfalls des Euros er nicht ganz uninteressant sein dürfte. Ansonsten schließe ich mich der Liste Ihrer genannten Währungen zum großen Teil an. Beste Grüße Alexander Hahn
- Antwort von Alexander Hahn (16.03. 2010 00:43 Uhr):






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