Die Märkte zu Wochenbeginn
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 15. Februar 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
letzte Handelswoche präsentierten sich die internationalen Börsen recht freundlich. Doch ist dies nur die Ruhe vor dem großen Sturm oder stehen wir am Beginn einer neuen Aufwärtsbewegung?
Ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fortsetzung dieser Rallye noch immer größer ist als ein Wegbrechen der Börsen. Die nächsten vier Wochen sollten die Entscheidung bringen...
Noch kein Anzeichen von Stärke zeigt bisher der NYSE BP Index. Wie Sie dem Linienchart entnehmen können, gab es im internen Markt in der vergangenen Handelswoche kaum Bewegung. Er verweilt somit bei 60 Punkten in einer O-Spalte und auf "Bear Confirmed".
Abb.: Linienchart des NYSE BP-Index
Der Volatilitätsindex des S&P 500 schaffte es auch letzte Woche in der 2er-P&F-Skalierung nicht, seine bärische Widerstandslinie zu durchbrechen. Jedoch fiel der Index von seinem Korrekturhoch bei 29.22 Punkten bis auf 22.73 zurück. Darin zeigt sich, wie nervös und unsicher viele Anleger bezüglich der weiteren Entwicklung der Märkte sind.
Abb.: Linienchart des Volatilitätsindex VIX
Abb.: P&F Charts des Volatilitätsindex VIX
Ähnlich wie in der Juni/Juli 2009 Korrektur entwickelt sich derzeit der Wochenchart des S&P 500 Index. Möglicherweise sehen wir bald auch diesmal einen Anstieg, doch ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass der S&P 500 seine 200-Tagelinie mit einer zweiten Korrekturwelle noch einmal testen könnte. Diese verläuft aktuell auf Höhe der Novembertiefs bei etwa 1024 Punkten.
Abb.: Wochenchart des S&P 500
Nach oben hin wird vor allem die Zone zwischen 1100 und 1090 Punkten einen starken Widerstand bilden, da hier das 50% Retracementlevel der jüngsten Korrektur liegt. Achten Sie deshalb genau darauf, wie sich der Index in dieser Zone verhält. Ein schnelles Durchbrechen des Retracementenlevels erhöht die Chancen für eine Fortsetzung der Rallye um ein Vielfaches. Ein Scheitern dieser Marke kann durchaus das Testen der 200-Tagelinie als Konsequenz haben.
Abb.: Tageschart des S&P 500
Es wäre schon sehr verwunderlich, wenn der S&P 500 seine Hochs aus dem Januar bei 1150 Punkten zumindest nicht noch einmal testen würde. Wie Sie dem 20-jährigen Tageschart (1990-2010) entnehmen können, bildete der Index zumindest ein Doppeltop, bevor ein Bärenzyklus begann. Auch ging die 200-Tagelinie vor einem Abdriften der Märkte meist in eine mehrwöchige Seitwärtsbewegung über, was derzeit nicht der Fall ist. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, dass wir eine weitere Bullenrunde erleben dürften.
Abb.: Tageschart des S&P 500
Ein kurzer Blick auf den Euro
In den letzten acht Handelswochen fiel die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar fast schon wie ein Stein zu Boden. Von einem Wechselkurs von 1,5144 ging es bis auf die Marke von1,3552 runter, was einem Abschlag von knapp 10,5% entspricht. Mit Sicherheit hängt diese Entwicklung auch mit der Stabilitätsfrage des Euros zusammen. Doch stellen Sie sich einmal vor, was passiert, wenn neben der grieschichen auch noch die spanische oder italienische Staatssolvenz angezweifelt werden? Der Monatscharts des EURUSD-Wechselkurses zeigt deutlich, dass hier noch viel Potential nach unten besteht.
Abb.: Tageschart EURUSD
Abb.: Monatschart EURUSD
Wie Sie sich sicherlich noch erinnern können, war der Euro kurz nach seiner Einführung erst einmal eine „Weichwährung“, welche nur durch eine Stützung der internationalen Notenbanken vor einem Absturz bewahrt werden konnte. Wenn sich die Probleme um die europäischen Staatsfinanzen weiter verstärken sollten (wovon ich leider ausgehe), halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass der Euro seine alten Tiefs bei 0.8358 bald wieder sehen wird.
Hoffen wir, das uns der „Zerfall des Euros“ erspart bleibt. Doch verlassen Sie sich nicht nur auf "die Hoffnung", sondern sorgen Sie vor, falls es doch zu diesem Szenario kommt. Passend dazu werde ich am Donnerstag den Goldpreis in € näher unter die Lupe nehmen.
Ich wünsche Ihnen einen ruhigen Start in eine hoffentlich erfolgreiche, neue Woche.
Beste Grüße
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Blase Hans (15.02. 2010 17:02 Uhr):
zum zerfall des € schreiben sie sorgen sie vor wie denn - mit ihren infos kann ich nichts tun - sprechen sie deutsch damit man die infos verstehen kann
Antworten- Antwort von Alexander Hahn (15.02. 2010 23:23 Uhr):
Blase Hans: Ich schreibe seit Monaten bereits, welche Möglichkeiten der Vorsorge es gibt (Gold, Silber, 10Euro-Münzen,etc.). Ein Blick ins Themenarchiv, das ich ja bewusst aus solchen Gründen veröffentliche, eben dass man einmal vergangene Artikel thematisch geordnet ansehen kann, hilft hier durchaus weiter. Bei einem Daily gibt es eben auch so etwas wie ein Längenlimit und ganz ohne eigene Initiative geht es eben auch nicht, zumal ich ja bei Fragen auch jederzeit per E-Mail zur Verfügung stehe...
- Antwort von Alexander Hahn (15.02. 2010 23:23 Uhr):








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