Die Märkte zu Wochenbeginn
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 26. April 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
am Freitag war es also soweit. Griechenland hat offiziell „finanzielle Unterstützung“ bei der EU und dem IWF angefordert.
In den nächsten Wochen wird sich somit entscheiden, wie die großen Marktteilnehmer mit dieser Situation umgehen werden. Ich vermute leider, dass Griechenland nur der Anfang vom europäischen Staatsbankrott-Domino-Day war und als nächstes Portugal oder Italien unter Druck kommen.
Dies alles wird massive Auswirkungen auf die Aktienmärkte, den Euro und die Entwicklungen der Edelmetalle haben, über welche ich natürlich hier bei Investoren Wissen zeitnah berichten werden. Kommen wir nun aber zur wöchentlichen Marktanalyse:
Der S&P 500 konsolidierte auch in der vergangenen Woche zwischen der Marke von 1215 und 1190.
Abb.: Tageschart des S&P 500 Index
Angesichts der hervorragenden Indikatorenlage der Marktbreite und des internen Marktes ist dies auch nicht weiter verwunderlich. Die Advance-Decline-Linie des NYSE Composite hat im Gegensatz zum zugrunde liegenden Index bereits letzte Woche einen Ausbruch nach oben vollzogen. Die kleine bullische Divergenz deutet auf weiter steigende Kurse hin.
Abb.: A/D Linie des NYSE Index
Auch der interne Markt (heute dargestellt durch den Nasdaq Composite BP Index) konnte bisher von Woche zu Woche neue Höchststände markieren. Der Nasdaq BP Index steht mit 73 Punkten zwar in der überkauften Zone, jedoch deutet bis jetzt nichts auf eine baldige Marktschwäche hin.
Abb.: Linienchart des Nasdaq Composite BP-Index
Selbstverständlich wirkt sich die bullische Marktlage auch auf die Sentimentindikatoren aus. Das Verhältnis aus bullischen und bärischen US-Börsenbriefautoren liegt mit 35,9% wieder deutlich in der roten Zone oberhalb von 30%.
Abb.: Linienchart des Nasdaq Composite BP-Index (mit freundlicher Genehmigung von www.market-harmonics.com)
Ein noch krasseres Bild zeigt der Put/Call-Volume-Ratio-Chart. Es wurden in der letzten Woche doppelt so viele Calls wie Puts gehandelt. Man muss bis ins Jahr 2000 zurückgehen, um ähnliche Verhältnisse zu finden.
Abb.: US-Put/Call Volume Ratio (mit freundlicher Genehmigung von www.market-harmonics.com)
Auch beim Sentiment der US-Optionskäufer befinden wir uns auf einem Mehrjahreshoch in der "Bullish Extreme"-Zone. Dies alles deutet darauf hin, dass die nächste Korrektur an den Aktienmärkten sehr heftig ausfallen dürfte. Wann diese eintritt, beantworten die Indikatoren natürlich nicht, jedoch zeigen sie ganz klar, dass nach oben hin das Potential begrenzt ist, während das Risiko einer starken Korrektur mit jedem Punktgewinn zunimmt. Im Idealfall wird eine Korrektur ein paar Wochen vorher durch bärischen Divergenzen in der A/D-Linien jeweiligen Indizes oder den Bullish-Percent-Charts angezeigt.
Abb.: Sentiment der US-Optionskäufer
Ganz anders sieht die technische Lage des Shanghai Stock Exchange Index aus. Ende letzter Woche wurde die untere Trendlinie des sich verengenden Dreiecks nach unten durchbrochen. Damit hängt der Index am seidenen Faden. Die letzte Unterstützung, bevor weitere Kursverluste drohen, liegt im Bereich von 2900 Punkten. Ich bin gespannt, wie die internationalen Aktienmärkte auf chinesischen Kursverlust reagieren werden.
Abb.: Tageschart Shanghai Stock Exchange Composite Index
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Wochenstart!
Beste Grüße
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