Die Märkte zu Wochenbeginn
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 22. Februar 2010, 16:00 Uhr
ENL5462
wie erwartet konnten die Märkte (repräsentiert durch den S&P 500) letzte Woche weiter zulegen. Der S&P 500 korrigierte die vorangegangene Abwärtsbewegung um bisher 61,8% (Fibonacci Linie). Auf diesem Level trifft der Index außerdem auf einen fallenden 50-Tage-Durchschnitt.
Die nächsten Tage werden zeigen, ob wir bis zu den alten Hochs wieder aufsteigen können, oder ob uns nicht doch noch eine zweite Korrekturwelle (wie ich selbst vermute) droht.
Abb.: Tageschart des S&P 500-Index
Der interne Markt, heute dargestellt durch den Nasdaq BP Index, zeigt indes kaum Anzeichen von Stärke. Mit 58 Punkten verweilt der Index in einer O-Spalte und steht kurz davor, seinen Doppelboden zu durchbrechen (der NYSE BPI hat diesen bereits durchbrochen).
Abb.: P&F Chart des Nasdaq BP Index
Im Gegensatz dazu zeigt der Volatilitätsindex des S&P 500 (VIX) wieder breite Sorglosigkeit unter den Anlegern an: Er verbleibt unter seiner bärischen Widerstandslinie (2er-Skalierung) und gab am letzten Freitag sogar ein erneutes Verkaufsignal. Aufgrund der unklaren Indikatorenlage an den US-Märkten bleibt es sehr schwer abzuschätzen, ob die Bären das Ruder an sich reißen können, oder ob sich die Bullen am Ende nicht doch durchsetzen. Ich vermute, dass wir innerhalb der nächsten zwei Wochen hier eine Entscheidung sehen dürften.
Abb.: P&F Chart des Volatilitätsindex VIX
Schauen wir zur Abwechslung heute auch einmal nach Osten und betrachten den bekannten japanischen Nikkei Index.
Der Nikkei Index setzt sich aus 225 verschiedenen Aktien zusammen und ist ein sog. preisgewichteter Index. Bekannte Vertreter sind u.a. Toshiba Nissan, Sharp, Toyota und Yamaha.
Sein Allzeithoch erreichte der Nikkei am 20.12.1989 mit 38.916 Punkten. Seit diesem Datum ging es fast nur abwärts, bis der Index im Oktober 2008 auf 6994 Punkte fiel und sich von dort aus wieder langsam erholte. Am letzten Freitag schloss der Nikkei bei 10124 Punkten.
Abb.: Monatschart des Nikkei Index
Mein US-Kollege Alexander Green empfahl in der Investoren Wissen Ausgabe vom 18.02.10, sich Japan als Investor einmal näher anzuschauen. Aus P&F-Sicht sieht der Chartverlauf insgesamt recht gesund aus. Der Nikkei hat erst im Januar seine bärische Widerstandslinie nach oben durchbrochen und dank eines Kaufsignals ein vertikales bullisches Preisziel von 13800 Punkten generiert. Allerdings muss man auch sagen, dass der Nikkei bisher kaum durch eine relative Stärke gegenüber anderen großen Indizes aufgefallen ist. Auch sollte m.E. bedacht werden, dass Japan eines der am höchst verschuldetsten Industrieländer ist und in naher Zukunft ein Abverkauf japanischer Staatsanleihen nicht ausgeschlossen werden sollte, was sich auch negativ auf japanische Aktien auswirken dürfte, wenn es hier zu Ärger oder Panik kommt.
Abb.: P&F Chart des Nikkei Index
Zu guter Letzt möchte ich Ihnen eine interessante Korrelation zwischen dem US-Dollar Index und dem S&P 500 zeigen. Bestand zwischen 1990 und 1994 keine Korrelation zwischen beiden Indizes, so trat diese Anfang 1994 in Kraft. Wie Sie dem Chart entnehmen können, entwickelten sich beide erstaunlich ähnlich. Immer wenn der S&P 500 ein neues Hoch erreichen konnte, gelang dies auch dem US-Dollar Index (und umgekehrt). Erst im Jahr 2003 kehrte sich die Korrelation um 180 Grad herum. Steigende Aktienindizes gingen umher mit einem fallenden US Dollar, ein steigender US-Dollar bedeutete oftmals fallende Aktienkurse.
Ich bin sehr gespannt, wie diese Entwicklung in Zukunft weitergeht und könnte mir gut vorstellen, dass der US-Dollar (vor allem aufgrund der fundamentalen Probleme des Euros) im System der freien, ungedeckten Wechselkurse vor einer langjährigen Erholungsphase steht. Ob dieser Umstand durch steigende oder fallende Aktienkurse begleitet wird bleibt abzuwarten...
Abb.: Monatschart S&P 500 / US Dollar Index
Beste Grüße
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