Die Leidenszeit geht weiter
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 4. Oktober 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
wenn Versprechen nicht eingehalten werden, reagieren die Marktteilnehmern enttäuscht. Neue Hiobsbotschaften aus Griechenland ziehen Dax und Euro weiter in den Keller. Dabei konnte man es doch eigentlich erwarten, dass das Sparziel der Griechen nicht erreicht werden würde. Dennoch zogen sich die bullisch eingestellten Marktteilnehmer enttäuscht zurück. Das Defizit wird eher 8,5% des Bruttoinlandsprodukt (BIP), statt der vereinbarten 7,6%, erreichen. Die Troika wird sich diese Woche noch zu Wort melden, dann ist gewiss, ob es überhaupt noch einen Hoffnungsschimmer gibt. Die Haushaltsziele für 2011 und 2012 werden jedoch klar verfehlt werden. Die Finanzminister der Eurozone brauchen nun etwas Zeit, sie verschieben ihre Entscheidung über die Auszahlung der nächsten Hilfspaket-Tranche. Scheinbar wurden wenigstens die Minister von der aktuellen Entwicklung überrascht.
Während des umsatzschwachen Feiertagshandels fehlte dann auch der Mut und die Kraft der Bullen, um sich gegen die miese Stimmung zu behaupten. Erneut dominierten die Minuszeichen und auch die europäische Gemeinschaftswährung leidet weiter unter der langwierigen Debatte innerhalb der Europäischen Union.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -2,28% |
| Dow Jones: | -2,36% |
| EuroStoxx50 | -1,90% |
| EUR/USD: | +0,12% |
| Gold: | +1,39% |
| Silber: | +1,83% |
| Öl (Sorte Brent): | -0,59% |
EUR/USD: kein Handel
Die gestern genannten Unterstützungslinien waren gut gewählt, und hätten Trade-Aktivitäten nach sich ziehen können, doch den Feiertag wollte auch ich nicht nur mit Arbeit verbringen. Die Abwärtstrendlinie (rot) wurde zweimal berührt, mehr ließen die Euro-Bären aber nicht zu. Erst an der Auffanglinie bei 1,3160 konnte schließlich die Abwärtsbewegung vorerst gestoppt werden. Nach oben stößt der Euro jedoch bei 1,3215 auf Gegenwehr. Doch erst mit dem Bruch der Abwärtstrendlinie und des horizontalen Widerstands bei 1,3280 entspannt sich die Situation. Ein weiteres Short-Signal hingegen wird ausgelöst, sobald das gestrige Tagestief - gleichzeitig das letzte signifikante Tief - nach unten verlassen wird. Die nächste Anlaufstation wäre dann der Kursbereich um 1,3050.
Mehr tagesaktuelle Informationen finden Sie im CFX Broker Blog.
EUR/USD - 30-Minuten-Chart - CFX Trader
EUR/USD: Ein Rückgang unter 1,3160 sollte vermieden werden.
Wirtschaftsdaten
(darauf sollten Sie heute achten)
Börsenfeiertag: Schanghai
10:00 DE: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Auftragseingang August
11:00 EWU: Erzeugerpreise August Eurozone
Prognose: -0,3% gg Vm/+5,7% gg Vj; zuvor: +0,5% gg Vm/+6,1% gg Vj
15:00 EWU: EZB Präsident Trichet spricht
16:00 US: Auftragseingang Industrie August
Prognose: 0,0% gg Vm; zuvor: +2,4% gg Vm
16:00 US: Fed Präsident Bernanke sagt aus
Soviel zur heutigen Vorbereitung. Jetzt gilt es die Eröffnung mit Spannung abzuwarten. Allen Lesern wünsche ich viel Glück.
Einen erfolgreichen Handelstag wünscht Ihnen
Till Kleinlein
Chefredakteur CFX Trader Kolumne
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