Die Lage am Kreditmarkt verschärft sich für die Firmen immer mehr
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
vom 19. August 2008, 17:00 Uhr
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Diese Situation wird sich erst nachhaltig entspannen, wenn die Bedingungen am Kreditmarkt sich wieder entspannen. Die aktuelle Lage verdeutlichen folgende beide Grafiken sehr anschaulich. Sie stellen die Verleihbedingungnen der Banken dar, welche die amerikanische FED (http://www.federalreserve.gov/) regelmäßig bei diesen erfragt:
Vor allem die kleinen Firmen (repräsentiert durch die gepunktete Linie) sehen sich sehr harten Zeiten gegenüber. Immer mehr Banken verschärfen die Vergabebedingungen für Kredite, dargestellt durch den Anstieg der Kurve. Inzwischen ist diese Situation bereits deutlich schwieriger als in der letzten Rezession im Jahr 2001 (angezeigt durch meine roten Linien).
Aber selbst wenn Rohstoffunternehmen hervorragende Projekte bieten, deren Risiken die Banken zu tragen bereit sind, steigen doch die Kosten immens. Denn die Aufschläge (Spreads) gegenüber der Verleihrate der Zentralbank ziehen immer weiter an. Damit sichern sich die Banken gegen Risiken ab und sanieren ihre teilweise recht maroden Bilanzen. Die Leidtragenden jedoch sind die kleinen Firmen, welche den hohen Aufschlag bezahlen müssen. Solange sich diese Situation nicht verbessert, wird es der gesamte Sektor der kleinen Rohstoffunternehmen schwierig haben, wieder in eine gesunde Hausse überzugehen, selbst wenn sich die Preise Ihrer Produkte stabil halten. Denn die Kosten für die Finanzierung sind einfach extrem hoch.
Das Gute an der Krise: Die Rohstoffhausse wird länger anhalten
So schwierig die Lage damit aktuell für den Investor ist, der auf die großen Chancen dieser kleinen Aktien setzen will, so bleibt doch ein großer Trost: Nur sehr wenige Projekte kommen durch diese widrigen Umstände überhaupt zur Vollendung. Bestehende Minen müssen bei fallenden Rohstoffpreisen teilweise die Produktion einstellen, da sich ihre Arbeit kaum mehr lohnt und Modernisierungen nicht möglich sind. Damit bleiben die Produktionsraten der Rohstoffe immer weiter hinter den optimistischen Prognosen der vergangenen Jahre zurück.
Das wird aktuell durch eine rückläufige Nachfrage aufgrund der Rezession aufgefangen. Sobald jedoch die Wirtschaft wieder Tritt fasst, werden durch diese explosive Mischung aus schwachem Angebot und dann erneut steigendem Bedarf nicht nur die Rohstoffpreise, sondern gerade auch die Kurse der kleinen Firmen überproportional steigen. Das Schönste daran: Die Rohstoffhausse wird damit noch viele Jahre anhalten, selbst wenn sie aktuell aufgrund der wirtschaftlichen Abschwächung eine herbe Delle einstecken muss.
Ich wünsche Ihnen weiter eine erfolgreiche Woche,
Daniela Knauer