Die Laffer-Kurve
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 14. Dezember 2004 18:00 Uhr
ENL5454
Die Ökonomen der Reagan-Administration hatten realisiert, dass Parasiten von der Gesundheit ihrer Wirte abhängen. Je stärker der Wirt, desto größer kann der Parasit werden. Die geniale Idee der so genannten Laffer-Kurve (die angeblich während eines Mittagessens auf einer Serviette erfunden wurde) war, dass Steuersenkungen die Steuereinnahmen sogar erhöhen könnten – wenn der Grenzsteuersatz relativ hoch ist. Reagan nutzte diese Erkenntnis während seiner ersten Amtszeit und senkte den Grenzsteuersatz von 70 % auf 50 %. Das Ergebnis war dasselbe, das schon Kennedy 20 Jahre vorher bei seinen Steuersenkungen erlebt hatte: Die Steuereinnahmen stiegen, da die wirtschaftliche Aktivität zunahm.
Kurz gesagt: Die Regierungen waren nicht länger nur Zuschauer, und auch kein desinteressierter Schiedsrichter mehr. Sie waren die größten Teilnehmer an den angeblich freien Märkten der westlichen Welt geworden.
Sie waren in den Konsumentenvolkswirtschaften zu den größten Konsumenten geworden. Sie waren die größten Schuldner. Sie kontrollierten Geld und Kredite. Sie waren der Wachhund an den Kapitalmärkten, deren oberster Beobachter und deren oberster Nutznießer.
Ist es da ein Wunder, dass George W. Bush sich beeilte, "etwas zu tun"?