Die Krise verursacht eine Veränderung des Wirtschaftsmodells
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 8. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Heute Nachmittag rief meine alte Tante aus Pennsylvania bei mir an.
Diese Wirtschaft ist mit meiner Familie sehr hart umgegangen", erklärte sie. ich habe zwei Schwiegersöhne... und sie sind beide entlassen worden."
Was machen sie beruflich?", fragte ich mich.
Der eine fährt einen LKW für einen Stahlhersteller. Der andere ist im Baugewerbe. Es gibt vermutlich einfach nicht genug zu tun."
Stimmt, das gibt es nicht.
Amerikanisches Verbrauchervertrauen auf 27-Jahres-Tief
Und das ist der Grund, warum echte Menschen trotz all des Geredes über die Erholung in sehr düsterer Stimmung sind. Das Vertrauen der Verbraucher hat gerade den schlechtesten Wert seit 1983 verzeichnet. Die Leute haben keine Arbeit mehr... und sie fangen an, sich Sorgen zu machen, dass es noch lange dauern könnte, ehe sie wieder Arbeit haben werden. Die Nachfrage nach Hypotheken ist gerade auf den geringsten Wert seit 13 Jahren gefallen. Die Steuereinnahmen des Landes brechen immer noch ein - es ist das fünfte Quartal in Folge. Und die Zahl der Problembanken ist um 27% gestiegen.
Erholung? Das können sie vergessen. Es gibt keine echte Erholung. Diese Krise muss noch ihren Lauf nehmen, ob Ihnen das gefällt oder nicht.
Sie haben schon gehört, dass ich sagte, dass eine Krise eine Phase des Übergangs von einem Wirtschaftsmodell zu einem anderen ist. Sie werden sich vielleicht gefragt haben, was ein Wirtschaftsmodell ist? Und welches Wirtschaftsmodell wir hinter uns lassen? Und auf welches wir zusteuern. Und was all das mit den monetären und den fiskalischen Konjunkturprogrammen zu tun hat.
Es ist gut, dass Sie diese Frage bislang noch nicht gestellt haben. Ich habe die Antwort noch nicht gewusst. Aber hier ist David Goldman mit einer Teilerklärung:
Es gibt eine Analogie zwischen der Weltwirtschaftskrise und der aktuellen Situation. Zwischen 1918 und 1939 befand sich die amerikanische Landwirtschaft in einem ständigen Niedergang, weil das Ende des Ersten Weltkriegs die Nachfrage nach amerikanischen Exporten reduzierte und weil die Ablösung der Zugtiere durch den Traktor gewaltige Flächen freiwerden ließ, die zuvor für die Fütterung der Tiere genutzt wurden. Man konnte nichts anderes tun, als die Landwirte vom Land zu holen und in andere Berufe zu bringen. Und das konnte bis zum Zweiten Weltkrieg nicht erreicht werden."
Die Landwirte fanden Arbeit in den Kriegsfabriken... und beim Militär. Nach dem Krieg haben sie in einer neuen Wirtschaft mit neuen Fabriken und neuen Berufen wieder Arbeit gefunden.
Welche Arbeit werden die entlassenen Bauarbeiter finden? Ach, wenn ich das doch nur wüsste.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wiener (25.03. 2010 17:37 Uhr):
Vielleicht in keiner Branche mehr, weil alle größeren Branchen heutzutage durch die Mikroelektronik und Automation schon durchrationalisiert und entvölkert sind wenn sie aufgemacht werden? (Im Unterschied zu früher) Nur ein Denkanstoß. Produziert wird genug, zumindest die Maschinen stehen da. Aber all das Zeug aufeinander abzustimmen, sinnvoll ins Leben zu integrieren und für sich selbst zu nutzen: das wäre doch ein sinnvolles "Wirtschaftsmodell". Das können Maschinen nicht. Darüber würde ich gerne mit Ihnen nachdenken!
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