Die Krise ist noch nicht vorbei!
Daniel Wihelmi in Profit Radar
vom 25. Oktober 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Anleger sollten verschiedene Lehren aus den Kurssteigerungen im Oktober ziehen. Doch das Wichtigste zuerst: Die Schuldenkrise in Europa ist noch nicht vorbei. Lassen Sie sich von den Kursanstiegen an den Märkten nicht täuschen und lassen Sie sich von den Politikern, die sich als komplett inkompetent enttarnt haben, nichts einreden.
Hören Sie nicht auf das Blabla aus Brüssel und Berlin, sondern achten Sie einfach auf die Fakten: Wenn Griechenland sich in den kommenden Jahren nicht am Kapitalmarkt finanzieren darf, dann müssen die Staatsausgaben und der Schuldenabbau des Landes über Steuereinnahmen finanziert werden. Einen anderen Weg gibt es nicht (es sei denn, man gibt den kommunistisch-anarchistischen Strömungen im Lande nach).
Wird Griechenland genug Steuern einnehmen, um diese Ausgaben annährend zu decken? Natürlich nicht. Sie wissen das. Ich weiß das. Und alle Politiker in Europa wissen das. Es ist ja kein Geheimnis. Man muss nur die Augen aufmachen und sofort wird klar, wie die Situation in Griechenland aussieht.
Griechenland verfügt einfach nicht über die dafür nötige Volkswirtschaft. Man wird dort beispielsweise nicht in der Lage sein, die ultrahohe Jugendarbeitslosigkeit durch neue Arbeitsplätze zu lösen. Ganz abgesehen von der Mentalität der Griechen, wo Steuerzahlungen und harte Arbeit bei zu vielen Menschen nicht ganz oben auf der „to do"-Liste stehen (um es mal so zu formulieren).
Das Fazit: Die nächste Krise wird kommt. Der Euro ist nicht gerettet. Die Probleme sind nicht gelöst. Deshalb warne ich erneut vor zu großer Euphorie. Aber wir sehen auch, dass die Welt nicht untergeht - so wie wir es von vielen „Experten" im August und September ohne Ende gehört haben.