Die Kosten des Irak-Krieges
Bill Bonner in Investors Daily
vom 27. Januar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Der Dienstag war ein Tag der Gegentrends.
Die Aktien stiegen. Der Dollar stieg. Gold fiel.
Auch wenn dieser Gegentrend noch länger anhalten könnte, wage ich zu bezweifeln, dass es sich für Sie lohnt an ihn zu glauben. Solange Sie kein ganz besonders geschickter und glücklicher Trader sind, wird der Kauf von US-Aktien oder dem Dollar sich für Sie wahrscheinlich nicht auszahlen. US-Aktien sind jetzt schon teuer. Der Dollar ist immer noch überteuert. Das heißt nicht, dass ich wüsste, was der angemessene Preis für den Dollar ist. Ich kenne lediglich seinen Wert: Null. Früher oder später werden Preis und Wert schon irgendwie zusammenfinden.
Zum Gold habe ich dabei noch keine ausgeprägte Meinung, außer dass Sie es eher als Zahlungsmittel im Safe aufbewahren sollten als Papiergeld. Vor dreißig Jahren konnten wir mit einer Unze Gold einen anständigen Anzug kaufen. Und ich gehe davon aus, dass es in dreißig Jahren wieder genauso sein wird. Ich habe keine Ahnung, was der Dollar dann wert sein wird, außer, dass es weniger sein wird als heute.
Es ist Eitelkeit, die den Dollar so hoch gebracht hat ... und es ist Eitelkeit, die ihn wieder herunterbringen wird. Wirtschaftswissenschaftler und Zentralbanker führen sich nur selber an der Nase herum, wenn sie denken, sie könnten eine Papierwährung in die Welt setzen, die sowohl stabil als auch ausbaufähig ist. Nun kommt noch die Bush-Regierung hinzu, um diesen Punkt zu beweisen. Die Nachrichten meldeten gestern, dass Bush um weitere 80 Milliarden Dollar gebeten habe, um seine Zwangsbekehrung der alten mesopotamischen Stämme zur Demokratie zu finanzieren. Insgesamt belaufen sich seine Auslagen für das Nahost-Abenteuer nun auf 283 Milliarden Dollar. Zu Anfang des Krieges veröffentlichte ich eine Schätzung, die ungeheuerlich erschien – selbst mir. Die Kosten sollten danach auf eine Billion Dollar steigen. Nun, mehr als ein Viertel dieses Weges haben wir bereits hinter uns. Der ranghöchste diensthabende Offizier im Irak wurde zitiert, nachdem er bekannt gegeben hatte, die gegenwärtige Truppenstärke im Irak müsste für weitere zwei Jahre so hoch bleiben.
Selbst bei dem gegenwärtigen Level hat die Bush-Regierung ungefähr 10.000 Dollar für jeden Bürger Iraks und Afghanistans ausgegeben – oder mehr als das Bruttosozialprodukt von Israel und Argentinien zusammen genommen. Bei dem Preis könnte man auf den Gedanken kommen, dass einfache direkte Bestechung besser funktioniert hätte als die ganzen militärischen Gewaltmaßnahmen.
Doch die Leute, welche die Außenpolitik der Bush-Regierung dominieren, sind eitle Weltverbesserer. Und die Weltverbesserer stehen nun einmal auf dem Standpunkt, dass sie am Ende eines Tages nur dann gute Arbeit geleistet haben, wenn sie jemanden getötet haben. Alle großen "Weltverbesserer" sind Massenmörder gewesen. Alexander, Cäsar, Dschingis Khan ... Doch selbst so friedliche Verbesserer, wie Mahatma Gandhi und vielleicht Wilson, haben die Ordnung der Dinge so durcheinander gebracht, dass Millionen in dem Chaos, das sie hinterließen, ihr Leben lassen mussten.
Und Bush und seine Leute denken, das Recht zu wählen sei diesen Preis, sowohl in Blut, als auch in Tränen wert. Warum sie so denken, ist mir ein Rätsel.