Die jüngste Erholung bei Gold – Teil 1
Ed Bugos in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 29. Juli 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
Eine Korrektur des Ölpreises ist so unvermeidbar, dass man diese noch nicht einmal herbeirufen müsste. Ich habe aber keine Ahnung, wann das genau sein wird. Aber gerade in einer Zeit, in der sich die Weltkonjunktur ausbremst und die Zentralbanker kühn daherreden, müsste die Unnachgiebigkeit des Rohstoffpreises auf dieser Höhe, Bernanke zu Tode erschrecken. Noch vor fünf Jahren wären solche Preise unvorstellbar gewesen. Aber Bernanke durchschaut die Sache einfach nicht.
Ben wird seinen Posten sowieso nicht mehr lange behalten, besonders, wenn er die Sache jetzt in den Sand setzt.
Vielleicht wird ihn die neue Regierung ersetzen. Dann kann er ein Buch darüber schreiben, in dem er den Goldstandard als Mythos entlarvt und darüber, dass die amerikanische Zentralbank den „Motor der Inflation" darstellt.
Wie auch immer, die Märkte agieren insgesamt so, wie es zu erwarten war.
Sie behandeln die Goldkorrektur so als wäre es ein ansehnlicher Fehler.
Nicht nur, dass sie die Schwachen ausmerzt, sie gab den Zentralbankern darüber hinaus ein falsches Gefühl von Sicherheit angesichts stark steigender Energiepreise. Mit einer Goldflaute, sich erholenden Aktienkurse und relativ geringen Anleihenrenditen, sah alles danach aus, als ob man entspannt in die Sommerferien hätte fahren können - auf jeden Fall bis die Ferienzeit dann wirklich kam.
Goldbullen sprühen vor Enthusiasmus angesichts der Erholung des Goldpreises.
Das sollten sie auch.
Nachdem die 920 Dollar durchbrochen waren, entwickelte sich der Markt durch das Maihoch von 940 Dollar und blickte dem Wendepunkt von 950-960 Dollar direkt ins Gesicht. Die Tendenz der Charts weist auf einen Bullenmarkt hin. Ich würde erwarten, dass sich diese Tendenz bei einem Niveau von 900-920 Dollar halten wird. Das würde meinen positiven Ausblick bestätigen. Aber so technisch ist das alles gar nicht. Der Markt kümmert sich normalerweise um all diese Dinge.
Er hat nun realisiert, dass die amerikanische Zentralbank nicht wirklich meint, was sie sagt und wenn dass wenn sie es täte, es nicht ausreichen würde.
Der Fokus der Debatte liegt nun auf Bereichen bei denen es der Zentralbank unbehaglich wird: Der Dow schaffte es nicht, die 13200 Punkte zu durchbrechen und das Thema Inflation wird immer hitziger, ungeachtet der weiteren Risse in der Wirtschaft.
So etwas treibt im Moment Gold.
Haussen sind dafür berüchtigt noch viel weiter zu gehen, als ihre frühen Propheten es sich vorstellen konnten.
Das ist die Botschaft des Ölpreises. Als Goldbulle nehme ich das ernst.
Was die Zentralbank nicht geahnt hat, war, dass der Anstieg des Ölpreises so beharrlich sein würde, dass es die inflationäre Psychologie mit oder ohne Gold ermutigen würde. Und sie kann es sich nicht leisten, die Kontrolle über die Anleihenrenditen zu verlieren.
Doch auf der anderen Seite kann sie es sich auch nicht leisten, schärfere Maßnahmen einzuleiten.
Sie kann nur versuchen Stimmen zum Schweigen zu bringen, die ihre Inflationserwartungen verbreiten.
ähnliche Beiträge:
- Die jüngste Erholung bei Gold – Teil 2
- Die jüngste Goldrally
- Tonkens IPO: Hähnchen mit Pommes und Biogas
- Erfreuliche Daten vom World Gold Council
- DAX – wie weit läuft die Erholung?
- (Beinahe) das jüngste Opfer der Krise
- Nachdem sich der Staub gelegt hat, steht Gold gut da – Teil 1
- Gold: Größere Korrektur voraus?