Die Inflation ist zurück - heißen Sie den Wahnsinn willkommen
Christopher Hancock in Traders Daily
vom 10. Juni 2008, 12:00 Uhr
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Die Gaspreise haben einen neuen Rekord erreicht. Steigende Lebensmittelpreise lösen überall auf der Welt Aufstände aus. Es sollte auch niemanden wirklich überraschen, dass ein Anstieg der Lebensmittelpreise um 71% seit 2006 die guten Bürger aus Südafrika, Marokko, Ägypten, Äthiopien, Bangladesch und Mosambiks dazu gebracht hat, sich zu bewaffnen.
Und wenn Sie dachten, dass es nicht mehr schlimmer kommen könne, dann kann ich Ihnen nur sagen, dass die Financial Times am Montag meldete, dass die amerikanischen Hypothekenzinsen in der vorvergangenen Woche inmitten eines deutlichen Anstiegs der Erträge am Markt der Staatsanleihen signifikant nach oben geklettert sind. Eine Reaktion im Sinne Paul Volckers mag für viele zu alarmierend, sogar zu weit gegriffen sein. Doch die Investoren wappnen sich gegen eine Anhebung der Zinsen durch die Zentralbank.
Zumindest würden derartige Anhebungen der Zinssätze dazu beitragen, dass der amerikanische Finanzminister Paulson sein jüngstes Versprechen einhalten könnte, „den Dollar zu verteidigen". Minister Paulson steht am letzten Tag einer viertägigen Reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate bei der er mit den Mitgliedern des OPEC-Kartells über Devisen und wirtschaftliche Themen verhandelt hat (d.h. über einen Anstieg des Angebots).
Sollten wir vielleicht sagen, dass die Beziehungen zur OPEC ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wurden? Vielleicht haben wir unseren Besuch ein wenig zu lange ausgedehnt und haben ein wenig zu viel erwartet. Die grünen Scheinchen rutschen auch weiterhin von den Klippen. Die Öl produzierenden Staaten, die an der Ankopplung der Währung an den Dollar festhalten, importieren immer mehr Inflation. Zu irgendeinem Zeitpunkt müssen beide Parteien es wieder unter einen Hut bringen, dass die Geldmenge M3 - das breiteste Maß für die amerikanische Geldmenge - das Bruttoinlandsprodukt des Landes nicht auf ewig überholen kann.
Doch dessen ungeachtet schien die Zentralbank allzu gerne bereit, Schatzanleihen im Wert von 16 Milliarden Dollar gegen hypothekarisch- und durch Aktiva gesicherte Wertpapiere einzutauschen. Mit der zehnten Term Securities Lending Facility (TSLF), gab die Zentralbank den verzweifelten Investmentbanken ein weiteres Mal die Gelegenheit, ihre wertlosen Derivate gegen die guten alten amerikanischen Schuldscheine einzutauschen. Bislang haben Brokerage-Unternehmen 175 Milliarden Dollar auf den Bilanzbögen der Zentralbank abgeladen.
Selbst diejenigen, die den mächtigen Euro in ihren Händen halten, spüren schon den enger sitzenden Gürtel. Ich las in der letzten Woche im Economist, dass in der Europäischen Union die Beschlagnahmungen von gefälschten Gütern durch den Zoll im vergangenen Jahr um 17% gestiegen sind. Zigaretten und Kleidung machten mehr als die Hälfte der gefälschten Waren aus.
Es scheint so, als würden heute verzweifelte Zeiten nach verzweifelten Mitteln verlangen. Und die breite Masse, die verzweifelt nach Antworten sucht, ruft jetzt schon die Politiker zur Hilfe.
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