Die Hypovereinsbank mit tiefroten Zahlen – Schwierigkeiten der Banken
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 23. Oktober 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Nein, der Bankencrash ist nicht vorbei. Vielleicht erinnern Sie sich, ich hatte letztens geschrieben, dass wenn dass schon alles gewesen sein sollte bisher, der Bankencrash diesen Namen nicht wirklich verdient habe.
Nun wartet die Hypovereinsbank (WKN 802200) als eine der führenden Banken in Europa mit tiefroten Zahlen auf. Zum 30. September 2002 weist die Hypovereinsbank ein Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von 2,03 Milliarden Euro aus – nach 2,7 Milliarden Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 264 Millionen Euro nach 1.093 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (–75,8 %). Die Kreditrisikovorsorge ist wegen hoher Insolvenzzahlen in Deutschland und der Bonitätsverschlechterung in- und ausländischer Schuldner anteilig für die ersten neun Monate auf 2,48 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 85,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zufriedenstellend fällt das Handelsergebnis aus mit Plus 3,8 Prozent auf 493 Millionen Euro.
Dazu sollte man wissen, dass die Hypovereinsbank zu einem der größten Kreditgebern für kleiner und mittlere Firmen in Europas gilt. So war auch erwartet worden, dass die Risikovorsorge wegen der europaweiten Pleitewelle deutlich ansteigen werde und sich das Quartalsergebnis erheblich verschlechtern würde. Trotzdem wurden die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Es sei aber trotz dieser Erhöhung nicht sicher, ob die Risikovorsorge bereits ausreichen werde.
Die Folge der schlechten Zahlen, ein neuer Kopf muss her. Der bisherige Vorstandschef Albrecht Schmidt wird von Dieter Rampel, derzeit zuständig für das Firmenkundengeschäft, abgelöst.
Die Aktie der Hypovereinsbank fiel auf 14,45 € im Tief , –12,45 %. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der deutschen Bank (WKN 51400), die natürlich wie der ganze Sektor auch mit nach unten gezogen wurde und zeitweise fast 7 % auf 43,20 € abgab.