Die Hurriansaison beginnt
Von Andreas Lambrou in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 01. Juni 2006 20:45 Uhr
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Liebe Leser,
Heute können die Ölpreise wieder etwas zulegen. Die Lagerbestandsdaten in den USA sind dabei ausschlaggebend für die kurzfristige Meinungsänderung der Händler.
Kurzfristig wurde der Preis gestern durch die Nachricht belastet, dass die USA in der Iran-Frage nun doch stärker mit Europa zusammenarbeiten wollen. Welche Nachrichten es auch immer gibt, das Kernproblem bleibt. Der Iran möchte sein Uran-Anreicherungsprogramm nicht einstellen. Sollte es dazu kommen, dann dürfte eine Liquidation der spekulativen Rohölengagements erfolgen und der Preis sollte dann schnell rund 10% fallen. Aber das würde höchstwahrscheinlich schon genügen, um wieder Käufer anzuziehen. Ausserdem ist es noch nicht so weit und ich würde auf keinen Fall empfehlen auf ein mögliches politisches Ereignis zu spekulieren.
Was wir zurzeit sehen sind Gewinnmitnahmen. Die spekulativen Engagements wurden in der letzten Woche bereits um etwa 1/3 zurückgefahren. Trotzdem befinden sich noch viele Spekulanten im Markt und dies könnte die Preise noch bis zu 3 Monate zurückhalten. Für langfristige Anleger ist das alles nicht dramatisch. Kurzfristig sollten Sie sich aber durchaus überlegen, ob sie nicht besser die Fussball-WM geniessen und danach einen ausgiebigen Sommerurlaub machen sollten.
OPEC Treffem
Ebenfalls eine hohe Beachtung wird dem heutigen Treffen der OPEC Minister geschenkt. Venezuela versucht eine Fördersenkung durchzusetzen, was jedoch am Widerstand der anderen OPEC Länder scheitern dürfte, das wurde jedenfalls gestern bereits bekannt gegeben. Interessanter finde ich jedoch die Ambitionen des Kartells seinen Einfluss weiter auszudehnen. Ecuador, die 1992 aus der OPEC austraten, hat bereits eine entsprechende Bereitschaft signalisiert. Ecuador fördert rund 500.000 Barrel täglich. Auch Angola mit einer Förderung von 1,25 Millionen Barrel und der Sudan mit 360.000 Barrel Förderung, könnten bald der OPEC beitreten. Damit würde sich der Anteil der OPEC Förderung zwar nur leicht von 41% auf 44% erhöhen, dennoch hätte dies sicher eine gewisse Signalwirkung. Schliesslich wäre es das erste Mal seit 30 Jahren, dass die OPEC ihre Mitgliederzahl ausweiten würde. Vielleicht schliessen sich in Zukunft sogar noch Russland oder Kasachstan der OPEC an.
Hurrikansaison
Heute beginnt in den USA wieder die Hurrikansaison. In der letzten Hurrikansaison wurden erhebliche Raffineriekapazitäten in den USA lahm gelegt, die bislang immer noch nicht wieder mit der Produktion begonnen haben. Hier sind wir sicher etwas vom Zufall abhängig. Insbesondere bei den Benzinpreisen besteht die Möglichkeit einer nachhaltigen Verteuerung, falls es tatsächlich zu Hurrikanzerstörungen kommt. Aber auch hier halte ich es für problematisch auf kurzfristige Preisexplosionen zu spekulieren.
Chinas Ölverbrauch
Der chinesische Ölverbrauch lag im April um 10,8 Prozent über dem Vorjahr. Damit stieg der Ölverbrauch am stärksten seit mehr als 2 Jahren. Nichts deutet also auf eine Abschwächung der Wirtschaft hin. Der Preis für ein Fass Rohöl liegt deshalb immer noch über der 70 US-Dollarmarke und ich denke alles in allem das Rohöl auch weiterhin relativ teuer bleiben wird.
Was Sie als Anleger tun können
Statt auf Rohöl können Sie sich auch einige Energieaktien in Ihr Depot liegen, diese haben in den letzten Wochen teilweise stark verloren und preisen bereits einen leichten Rückgang der Rohölpreise ein. Genauso wie wir es auch bei den Goldminenaktien gesehen haben. Am besten sind dabei Aktien von Förderunternehmen, die ihre Förderung jährlich um rund 10% steigern können. Diese finden Sie vor allem in Asien, Lateinamerika und Russland.
Ihr
Andreas Lambrou
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