Die Hexen-Woche garantiert Spannung
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 14. Juni 2010, 08:30 Uhr
spätestens seit gestern Abend befindet sich Fußball-Deutschland im WM-Fieber. Souverän ist die deutsche Mannschaft in das WM-Turnier gestartet. Das 4:0 gegen Australien macht Freude auf mehr! Weniger souverän kann der letzte Auftritt des Dax bezeichnet werden: Doch dank des großen Bruders, dem Dow Jones, konnte Schlimmeres verhindert werden. Der deutsche Leitindex sackte nur kurz unter die 6.000er-Marke ab.
In dieser Woche wird sich mehr und mehr der Einfluss des Hexensabbats bemerkbar machen. Am dritten Freitag im Juni findet wieder der große Verfallstag statt - wie auch im März, September und Dezember jeden Jahres. An diesem Tag laufen an der Eurex - der deutschen Terminbörse - gleichzeitig Dax-Futures, Dax-Optionen und Optionen auf Aktien aus. Große Marktteilnehmer versuchen im Vorfeld diese besondere Konstellation zu ihren Gunsten zu nutzen und die aktuellen Kurse auf jene Preise zu treiben, bei denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Deshalb kommt es häufig binnen weniger Minuten zu starken Kursschwankungen. Da die Tagesschwankungen derzeit ohnehin schon hoch sind, steht uns eine interessante Handelswoche bevor.
Der Kurzüberblick:
Dow Jones: +0,38%
S&P 500: +0,44%
Nasdaq: +0,93%
EUR/USD: +0,43%
Gold: +0,88%
Silber: -0,65%
Öl (Sorte Brent): +0,01%
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen habe ich auch diesmal ein paar Werte genauer für Sie unter die Lupe genommen. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind. Trading-Ideen anderer Handelsinstrumente werden im CFX Broker Blog vorgestellt.
Dax (DAX.I): Wer spielt die erste Geige?
Am Freitag hatte ich einen schönen Short-Einstieg verpasst, da der Dax nicht nahe genug an die 6.100er-Marke herankam. Schade! Genau an diesem Widerstand versucht sich der Dax nun schon vorbörslich. Die Vorgaben aus Fernost sind gut und so kann der deutsche Leitindex ein paar Punkte auf die Abendnotierungen vom Freitag draufsatteln. Störfeuer von Seiten der Konjunkturdaten wird es heute vermutlich auch nicht geben. Lediglich die Zahlen zur Industrieproduktion um 11.00 Uhr sind von Belang. Die Stimmung der Marktteilnehmer spielt daher heute mehr als sonst die erste Geige.
Jetzt noch einen vernünftigen Intraday-Einstieg zu finden ist schwierig. Ich gehe deshalb erst long, wenn der Widerstandsbereich um 6.130 Punkte - aus dem Mai - überwunden wird. Außerdem nach deutlich höheren Kursen, wenn sich der Dax an der 6.100er-Marke wieder fangen kann. Bei 6.170 Punkten ist zu erwarten, dass sich die bullisch eingestellten Marktteilnehmer leicht verunsichern lassen und Gewinnmitnahmen durchgeführt werden. Wenn noch nicht auf diesem Kurs-Niveau, dann aber spätestens bei 6.200 Punkten. An diesen Marken steige ich also aus Long-Positionen aus, falls sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen.
Der Bereich zwischen 6.000 und 6.100 Punkten ist nur schwer zu traden: Zu viele Haltestationen! Dennoch wage ich hier Trade-Aktivitäten, da ich mir mit der 50er-Durchschnittslinie (blaue Linie) einen zuverlässigen Helfer ins Boot nehme. Prallt der Dax bei einer Abwärtsbewegung an der Linie wieder nach oben ab, eröffne ich eine Long-Position. Wird die Durchschnittslinie jedoch nach unten verlassen, gehe ich short.
Für Short-Einstiege hat die 6.000er-Marke in der vergangenen Woche nicht getaugt. Die relevante Marke für einen Wechsel in den Short-Modus ist für mich daher die 200er-Durchschnittslinie (lila Linie). Das Bündel an Unterstützungen sichert den Dax aber gut nach unten ab. 5.925, 5.915 und die 5.900er-Marke müssen erst einmal unterschritten werden. Dreht der Dax also bei 5.900 oder 5.925/30 Punkten wieder nach oben ab, decke ich Short-Positionen ein und gehe long. Ebenfalls long ist angesagt, wenn die 6.000er-Marke nach deutlich tieferen Notierungen wieder zurückerobert werden kann.
Ergebnis v. Freitag: kein Trade
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Vorbörslich nimmt der Dax die 6.100er-Marke. Die Stimmung ist gut!
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.
