Die Grundregeln der Elliott-Wellen-Theorie
Sven Weisenhaus in Wave Daily
vom 24. August 2011, 13:00 Uhr
ENL5454
Die Elliott-Wellen-Theorie wurde um 1930 von Ralph Nelson Elliott entwickelt, der sich dabei an in der Natur wiederkehrenden Mustern orientierte. Elliott erklärte die Kursbewegungen als Folge von sich wiederholenden Wellenzyklen und orientierte sich dabei auch an den Fibonacci-Zahlen, die ich am Freitag näher erläutern werde.
Seine Untersuchungen über die Bewegungen am Aktienmarkt stellte er am Dow Jones Industrial Average an und entdeckte in einer langwierigen Studie Kursmuster, die sich in der Form, aber nicht unbedingt in der Zeitdauer und dem Ausmaß der Bewegung ähneln. Und er erkannte hierin ein Basismuster, welchem der Aktienmarkt aus seiner Sicht folgt.
Das Basismuster der Elliott-Wellen-Theorie
Dieses Muster besteht aus einer 5-gliedrigen Aufwärtswelle und einer 3-gliedrigen Abwärtswelle, die zusammen einen kompletten Zyklus bilden. Die einzelnen Glieder der Aufwärtswelle, genannt Unterwellen, werden mit den Ziffern 1 bis 5 und die der Abwärtswelle mit den Buchstaben A, B und C gekennzeichnet.
Die Unterwellen 1, 3 und 5 werden als Antriebs- oder Impulswellen bezeichnet und die Unterwellen 2 und 4 als Korrekturwellen.

Abbildung 1: Grundmuster der Elliott-Wellen-Theorie
Bei einem Baissezyklus (also einem Abwärtstrend) verläuft das Kursmuster entsprechend mit abwärts gerichteten Impulswellen und aufwärts gerichteten Korrekturwellen. Dies gilt auch jeweils für die nachfolgenden Erläuterungen.
Die Grundregeln der Elliott-Wellen-Theorie
Das Grundmuster der Elliott-Wellen-Theorie unterliegt bestimmten Regeln:
1. Welle 2 endet nie unter dem Anfang der Welle 1
2. Welle 4 darf nicht unter das Top von Welle 1 fallen
3. Welle 3 ist oft die längste Impulswelle, aber nie die kürzeste
Auf den ersten vollständigen Zyklus (also den Wellen 1 bis 5 und A bis C) folgt ein ähnlicher zweiter Zyklus und auf diesen ein letzter dritter Zyklus (siehe nachfolgende Grafik). Diese große Aufwärtsbewegung wird dann anschließend von einer großen Abwärtsbewegung korrigiert, bevor dann wieder ein neuer Aufwärtstrend eingeleitet wird.

Abbildung 2: Über- und Untergeordnete Zyklen der Elliott-Wellen-Theorie
Die Abbildung 2 zeigt auch, dass sich die Wellen eines bestimmten Grades in Wellen von niedrigerem Grad unterteilen bzw. kleinere Wellen zu höhergradigen Wellen zusammenfassen lassen. Hier spricht man von sogenannten Fraktalen.
Neben der Grundstruktur hat Elliott im Rahmen seiner Forschungen noch weitere Formationen entdeckt. Für heute jedoch zunächst genug der Grundlagen (später mehr). Diese reichen auch (fast) für die nun folgende weiterführende Analyse des Bund Futures.