Die größte Blase an den Finanzmärkten
Daniel Wihelmi in Profit Radar
vom 10. Oktober 2011, 19:00 Uhr
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Wenn Sie mich fragen, wo sich die größte Blase im Finanzmarkt findet, dann ist die Antwort einfach: Im Anleihemarkt. Den bisherigen Höhepunkt bildete der Verkauf von kurzlaufenden Staatsanleihen durch die Schweiz Anfang September. Die Schweiz verkauft Staatsanleihen zu einem Minuszins von einem Prozent.
Ja, Sie haben richtig gelesen. Anleger bekamen nicht einen Prozent dafür, dass Sie eine Schweizer Staatsanleihe kauften - sie bezahlten dafür sogar einen Prozent. So groß sind die Panik und die Verunsicherung also inzwischen geworden: Investoren sind bereit, von vornherein einen moderaten Verlust von einem Prozent pro Jahr einzufahren.
Darin sind die Verluste aus der Inflation noch gar nicht erhalten. Die Realverzinsung dieser Anleihen ist also noch schlechter - und die Verluste damit noch größer. Aber einige Anleihen-Anleger erwarten offensichtlich noch größere Verluste in den Anleihen anderer Staaten. Trotz des garantierten Verlustes wurden die Anleihen im Wert von rund acht Milliarden Schweizer Franken dem Emittenten aus den Händen gerissen.
Bei derartigen Nachrichten müssen bei Anlegern immer die Alarmsirenen angehen. Dies ist allerdings nicht das erste Mal, dass Anleihen mit Minuszinsen emittiert wurden. Zwischen 1964 bis 1966 und 1971 bis 1979 erlebten die Anleihemärkte ebenfalls Phasen mit negative Verzinsungen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich mit der Entwicklung des amerikanischen Leitindex Dow Jones. Zwischen den 60er bis 80er Jahren stieg der Dow Jones zwei Jahrzehnte per saldo nur leicht an. In den 70ern verlor der Dow Jones sogar an Wert, was angesichts der Krisen in den 70 Jahren nicht verwunderte.